Für Umbau: Brückenbergschule zieht ins Haus am Hofgarten

Die von Lehrern und Eltern ersehnte Sanierung der Fördereinrichtung in Schwarzenberg beginnt. Künftige Erzieher nehmen dafür ein Jahr lang einen Kompromiss in Kauf.

Schwarzenberg.

Reichlich ein Jahr ist veranschlagt, dann soll die Sanierung des Gebäudes abgeschlossen und die Brückenbergschule in Schwarzenberg wieder bezugsfertig sein. Schulleiterin Ingrid Baumann nennt als avisierten Termin der Fertigstellung: Frühjahr 2022. Ob sie dann allerdings noch Schulleiterin ist, lässt sie mit einem Achselzucken offen. Schon einmal habe sie den Einstieg in den Ruhestand verschoben. Fakt ist indes, das nun beginnt, worauf sie, ihr Team, die Eltern und die Schüler der Schule für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf sehr lange gewartet haben: die Sanierung der Einrichtung.

Der Landkreis als Träger der Schule hat dafür gut 3,54 Millionen Euro vorgesehen. Darin stecken 2,12 Millionen Euro Schulbauförderung vom Freistaat Sachsen, der Rest ist als Eigenanteil vom Landkreis zu finanzieren. Bis 2018 war der Fortbestand der Förderschule vakant. Erst eine Außenstellenregelung für die Einrichtung in Johanngeorgenstadt bot für das Haus in Schwarzenberg eine Zukunft.

Das Erdgeschoss des Flachbaus wird barrierefrei ausgebaut, im Zuge dessen erfolgt eine Änderung der Raumstruktur. Alle Fußböden, Fenstern, Türen und Sanitäreinrichtungen werden erneuert. Darüber hinaus, so teilt das Landratsamt auf Anfrage zu den geplanten Arbeiten mit, werde die gesamte Elektroinstallation erneuert, einschließlich der Lampen, Telekommunikation, Alarmanlagen sowie des Blitzschutzes. Das Gebäude erhält eine moderne Pelletheizung, die künftig über eine Fußbodenheizung für angenehme Wärme in den Räumen sorgt. "Die Umbaumaßnahmen dienen auch zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an den Energieverbrauch, den Brand- und Radonschutz", heißt es weiter.

Besondere Freude bei den aktuell 56 Mädchen und Jungen, die die Einrichtung besuchen, dürfte der geplante Anbau eines Mehrzweckraumes auslösen. Dieser kann künftig als Speiseraum oder für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Bislang fand all das im Foyer oder Garten der Schule statt.

Für die Bauzeit ist der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler nun ins Berufliche Schulzentrum (BSZ) am Hofgarten in Schwarzenberg verlegt worden. "Für uns wurde das komplette Erdgeschoss im rechten Hausflügel freigezogen", sagt Ingrid Baumann und freut sich über die "wunderbare Aufnahme im Haus", wie sie betont. Der Umzug erfolgte in den Winterferien.

Acht Klassenräume, ein Therapieraum und ein Pflegeraum stehen ihnen jetzt zur Verfügung. Dafür nehmen die angehenden Erzieher für ein Jahr einen Kompromiss in Kauf: "Die drei Container-Räume werden hauptsächlich von unserem Fachbereich Fachschule Erzieherausbildung genutzt", sagt Caterina Martin, Leiterin des BSZ. Bei Normalbelegung - ohne Hygienekonzept - seien dies etwa 20 Schüler pro Klassenraum.

Noch läuft die Restberäumung und teilweise Entrümpelung des Gebäudes auf dem Brückenberg, teilt eine Sprecherin des Landratsamtes mit. Insbesondere Keller und Dachboden des Hauses offenbaren dabei sicher noch diverse Zeitzeugnisse der bewegten Vergangenheit des Hauses an der Alten Heerstraße.

Das Gebäude der heutigen Brückenbergschule wurde am 5. Januar 1953 eingeweiht und diente der Stadt Schwarzenberg bis 1961 als Dauerheim für 88 Kinder nach Sorgerechtsentzug. 1961 übernahm der Kreis das Objekt, das von da an als Wochenkrippe für 80 Kinder fungierte. 1979 wurde aus der Wochen- eine Tageskrippe. Nach einem Umbau 1992 wurde das Haus als Förderschule für geistig und körperlich mehrfach behinderte Kinder eröffnet und erhielt im Januar 2002 den Namen Brückenbergschule.

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