Fürs Fernsehen geht der Mond sogar am helllichten Tage auf

Für die Reihe "Unterwegs in Sachsen" wurde jetzt in Zschorlau gedreht. Das Team war überrascht, was der Ort alles zu bieten hat.

Zschorlau.

Über die Anhöhe bei Zschorlau pfeift der Wind. Dafür bietet sich ein spektakulärer Blick über den ganzen Ort - der perfekte Hintergrund für das Interview, das Moderatorin Beate Werner mit Zschorlaus Bürgermeister Wolfgang Leonhardt führt. Ein Team vom MDR dreht diese Woche in dem Ort für die Fernsehsendung "Unterwegs in Sachsen", die am 5. Dezember ausgestrahlt werden soll.

Leonhardt erzählte am gestrigen Freitag Beate Werner die Geschichte, warum die Zschorlauer auch Mondputzer genannt werden. "Es gibt dazu verschiedene Varianten, ich erzähle die, die auch bei uns in der Chronik steht", sagt der Bürgermeister. Extra für diesen Dreh wurde der Mond, der 1988 für den Festumzug zur 775-Jahr-Feier Zschorlaus gebaut wurde und alle zwei Jahre zum Mondfest ins Festzelt gebracht wird, aus Stützengrün geholt. Im dortigen Stützpunkt des Zweckverbandes Kommunale Dienste (ZKD) lagert die etwa 80 Kilogramm schwere Konstruktion, die auf dem Feld in Position gerückt wurde.

"Unterwegs in Sachsen" gibt es seit 26 Jahren. Laut Redakteurin Heike Riedel blieb Zschorlau in dieser Zeit "ein weißer Fleck". Darauf gekommen ist sie, weil sie irgendwann einmal auf die Winterkinder der Firma Hubrig stieß. Wo diese Firma ansässig ist, erfuhr sie später: Zschorlau. Von ihrer ursprünglichen Idee, die Winterkinder in den Mittelpunkt der Sendung zu stellen, rückte Heike Riedel ab, nachdem es erste Gespräche in der Gemeinde gab und sich herausstellte, dass die Geschichte mit den Mondputzern die stärkere ist. "Davon wussten wir ja ursprünglich nichts", so die MDR-Redakteurin. Und so heißt der Untertitel der Sendung jetzt "zum Zschorlauer Mondputzer".

Aber noch viel mehr gibt es aus Zschorlau zu berichten: Von der besonderen Bilderdecke in der Kirche, von Holzbildhauer Jesko Lange, von den Zschorlauer Nachtigallen, aus dem Blaufarbenwerk, vom Fotoatelier Lorenz, von der Firma Hubrig Holzkunst, von den Klöpplerinnen, aus dem Besucherbergwerk St. Anna am Freudenstein und vom Zschorlauer Dreiecksrennen. Einen kurzen Abstecher zu den Nachbarn in Stützengrün gab es auch, nämlich einen Besuch bei Handschuhmacher Rico Wappler.

"Alles ist wie Perlen aneinandergereiht", sagt Heike Riedel. Genauso begeistert ist sie von den Menschen im Ort. "Der Funke meiner Idee mit den Mondputzern ist sofort auf die Zschorlauer übergesprungen, dazu kommt eine traumhafte Landschaft - das wird eine tolle Sendung." Für Moderatorin Beate Werner war das meiste in Zschorlau ebenfalls völlig neu, bis auf das Blaufarbenwerk, das sie bereits 2013 einmal besucht hatte. "Ich finde es immer wieder faszinierend, dass die Produkte von dort in die ganze Welt gegangen sind", sagt sie. "Überhaupt steht das Erzgebirge für mich für Handwerk, Geschick und Innovation - und für Traditionen, die unglaublich bewahrens- und erhaltenswert sind."

Die wegen Corona notwendigen Hygieneregeln stellten dieses Mal das Drehteam vor besondere Herausforderungen. Es brauchte mehr Fahrzeuge, weil in jedem nur zwei Leute sitzen durften. Aufnahmeleiterin Manja Kionka achtete an den Drehorten darauf, dass die Mund-Nase-Masken getragen wurden. Weil gastronomische Einrichtungen geschlossen waren, gewährte das Rathaus in Zschorlau "Asyl", dort gab es heißen Kaffee zum Aufwärmen und einen Platz fürs Mittagessen. "Alles war sehr gut vorbereitet", so das Fazit von Redakteurin Heike Riedel. Sie ist dankbar dafür, nach 26 Jahren mit jährlich 16 Sendungen immer noch etwas Neues entdecken zu können, dieses Mal in Zschorlau, Burkhardtsgrün und Albernau.

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11 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    1
    ths1
    15.11.2020

    Dass der Mond in Zschorlau am helllichten Tage aufgeht, ist so ungewöhnlich nun nicht. Etwa wieder am kommenden Freitag um 12:56 Uhr - helllichter geht es da kaum.