Fundora knackt die 90.000-Gäste-Marke

Am heutigen Montag vor einem Jahr ist der Spaßpark in Schneeberg gestartet. Die Bilanz der Stadtwerke als Betreiber fällt positiv aus. Weil sie mit dem Indoor-Spielplatz aber Neuland betreten haben, muss dennoch einiges korrigiert werden.

Schneeberg.

Vor einem Jahr hat am Schneeberger Filzteich erstmals Fundora seine Türen geöffnet. Nach über einem Jahr Bauzeit war auf 3600 Quadratmeter überdachter Nutzfläche ein multimedialer Spiel- und Spaßpark entstanden. Rund 900Besucher stürmten am ersten Tag - am heutigen Montag genau vor einem Jahr - die neue Attraktion. Doch wie hat sich das Interesse seither entwickelt und was soll sich künftig ändern? Anlässlich des ersten Geburtstages haben die Stadtwerke Schneeberg als Betreiberin jetzt Bilanz gezogen.

"Wir haben unser ehrgeiziges Ziel von 90.000 Besuchern erreicht", erklärt Gunar Friedrich, der Geschäftsführer der Stadtwerke. Im zweiten Jahr soll aber nachgelegt werden, gibt Friedrich das Ziel vor. "Der Indoorspielpark musste erst einmal regional und überregional vermarktet werden. Deshalb rechnen wir perspektivisch mit einem Drittel mehr an Besuchern." Weil mehr Kinder und Jugendliche die Spielwelt besuchen, als ursprünglich angenommen, braucht es für einen kostendeckenden Betrieb mehr Gäste. "120.000 Besucher jährlich sind meine Zielvorstellung", sagt der Geschäftsführer.

Nachkorrekturen hat es im ersten Jahr beim Personal gegeben. "Wir konnten mit dem Großprojekt auf keine Erfahrungen zurückgreifen. Erst im laufenden Betrieb hat sich gezeigt, dass wir für unsere Spielangebote mehr Mitarbeiter benötigen." Statt 13 würden bis zu 18Leute in Stoßzeiten gebraucht. So machen die Personalkosten etwa die Hälfte aller Ausgaben von Fundora aus. Insgesamt arbeiten in der Spielwelt rund 55 Mitarbeiter in Teil- oder Vollzeit.

"Obwohl wir rund 1,4 Millionen Euro Umsatz machen, braucht die Spielwelt derzeit noch die finanzielle Unterstützung der Stadtwerke", sagt der Geschäftsführer. Doch das sei gut angelegtes Geld. "Wir machen damit die Region attraktiver, nicht nur für Touristen auch für die Erzgebirger." So profitieren die Stadtwerkekunden und die Feierabendgäste durch einen vergünstigten Eintritt.

Und der lohnt sich nach Ansicht von Gunar Friedrich auf jeden Fall: "So etwas wie Fundora ist in Deutschland einzigartig. Das merken wir mittlerweile auch an den Wegen, die unsere Besucher auf sich nehmen." Aus Sachsen und den angrenzenden Bundesländern kämen die Gäste. "Auch in Berlin sind wir nun bekannt."

Viel verspricht sich Gunar Friedrich auch von tschechischen Gästen, die vermehrt nach Schneeberg kommen sollen. "Wir werben in unserem Nachbarland, haben einen Internetauftritt sowie Flyer auf Tschechisch, Flyer und sind auch in Rundfunk und Fernsehen präsent." Zudem werde es demnächst eine Kooperation mit dem Erlebnis-Gutschein-Angebot von Jochen Schweitzer geben, womit bundesweite Aufmerksamkeit gegeben sei.

Neue Attraktionen sind in den nächsten Monaten fürs Fundora erst einmal nicht geplant. "Wir schauen uns jedoch bereits auf Messen um und knüpfen persönliche Kontakte", erläutert der Betriebsleiter Robert Friedrich. Gute Ideen hat er mehr als genug. "Doch das braucht seine Zeit." So tüftelt er bereits an einer Erweiterung von Fundora im Außenbereich. Das dafür notwendige Grundstück wurde bereits erworben. Damit soll die Spielwelt auch an schönen Tagen beim Publikum besser punkten. "Bislang galt, wenn die Sonne hinter den Wolken verschwand, kamen die Besucher", sagt Robert Friedrich.

Besonders groß war im ersten Fundora-Jahr der Ansturm an Samstagen, Feiertagen und in den sächsischen Ferien. Um Wartezeiten besser zu vermeiden und ein "Wohlfühlklima" in Fundora zu schaffen, soll es deshalb ab Oktober für diese Zeiten ein spezielles Vier-Stunden-Ticket geben. "Es kostet genauso viel wie ein Tagesticket, gibt uns aber die Möglichkeit die Besucherströme besser aufzuteilen", so der Betriebsleiter.

Künftig soll das breite Spielangebot von Fundora auch für Sonderaktionen genutzt werden. "Bei dem Wettbewerb ,Schlag den Boss' können Mitarbeiter gegen ihre Chefs antreten. Egal, wer wen herausfordert", erklärt Robert Friedrich. Damit könne die Teambildung in Firmen gestärkt werden. Auch dieses Angebot soll sich in den nächsten Monaten etablieren.

Positiv sieht auch der Schneeberger Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) die Zukunft von Fundora: "Ich bin mit der Bilanz überaus zufrieden. Für die Zukunft heißt es, das Marketing weiter zu intensivieren und das Netzwerk mit anderen Freizeiteinrichtungen und Übernachtungsbetrieben auszuweiten und damit die Besucherzahlen weiter zu steigern."

Perspektivisch habe der Spaßpark das Potenzial mindestens kostendeckend arbeiten zu können. "Es gilt die bis dato gute Entwicklung fortzusetzen und die Einrichtung zu einer festen Größe auf dem Freizeitmarkt zu etablieren", sagt der Schneeberger Bürgermeister.

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