Gefiederte Zwerge bestechen mit makellosem Körperbau

Bei der Sonderschau für eine kleine Hühnerrasse haben die Preisrichter in Alberoda satte 15-mal die Höchstnote gezückt. Lob gab es von oberster Stelle.

Aue-Bad Schlema.

Rund 500 Kilometer Fahrt aus Kamen in Nordrhein-Westfalen hat Ulrich Freiberger gern auf sich genommen. "Züchter hatten ihm begeistert von unserer Sonderschau berichtet. Er wollte sich ein Bild machen", sagt Dirk Eibisch vom Geflügelzüchter- und Heimatverein Alberoda, der am Wochenende das zweite Mal Gastgeber für eine besondere Ausstellung war. Bei dieser stand eine Rasse im Fokus: Belgische Bartzwerge.

Für die edlen Tiere gibt es einen Sonderverein in Deutschland, dessen Vorsitzender Ulrich Freiberger ist. Sein Eindruck von der Schau im Erzgebirge? Er zögerte keinen Augenblick und sagte: "Hervorragend". Von 293 Tieren erhielten 15 gefiederte Schönheiten die Höchstnote "Vorzüglich". Eine satte Ausbeute. So reichlich gar, dass Dirk Eibisch kurzfristig noch mehr Siegerpokale beschaffen musste. Ulrich Freiberger indes spürte die Liebe zur Geflügelzucht in Alberoda in allen Fasern. "Das ist nicht hingeklatscht, sondern mit Herzblut gemacht." Die Qualität sei überragend. Vor einer Woche weilte er in Belgien, dem Ursprungsland der Rasse. Vergleichbare Tiere fand er da nicht vor. "Es fielen dieses Wochenende viel mehr Höchstnoten, als gedacht."

Mit vier Sonderpreisrichtern hatte er die Hühner am Freitag in Augenschein genommen. Es zähle vor allem der Typ, sprich der Körperbau. "An erster, zweiter und dritter Stelle. Erst dann kommen Farbschlag und andere Merkmale." Insbesondere die Grübbe und Antwerpener Bartzwerge von André Martin und seinem Sohn Niklas Räder rissen ihn vom Hocker. "Fantastische Tiere", so Freiberger. Das spiegelte sich in den Noten für das Vater-Sohn-Gespann aus Schneeberg-Griesbach wider: Martin holte die Höchstnote viermal, sein Filius zweimal. Letzteres gelang auch Dirk Eibisch und Sebastian Latour aus Großvoigtsberg. Je ein "Vorzüglich" heimsten Matthias Thierse aus Stolpen, Wolfgang Herbrich aus Calau, die Lengefelder Zuchtgruppe Fritzsche, der Dresdner Wilfried Sommer und Florian Titsch aus Hohenstein-Ernstthal ein. Egal ob gelb mit weißen Tupfen, blaugesäumt, isabell-porzellanfarbig oder goldhalsig - eines eint alle Bartzwerge: Sie sind familientauglich, weil sie zahm statt flatterhaft sind. Eier legen die winterfesten Gesellen natürlich auch, wobei sie im Vergleich zu großen Rassen viel weniger Fläche als Auslauf benötigen und auch keine Blumenbeete zerscharren. "Weil sie so klein sind", sagt Eibisch. Freiberger bestätigt im 300-köpfigen Sonderverein eine Entwicklung gegen den Trend. "Wir haben eine wachsende Zahl von Züchtern, während sie bei anderen Rassen bundesweit eher rückläufig ist. Allein voriges Jahr gab es 30 Neuaufnahmen."

Dass die Sonderschau, die einst in Niederfrohna beheimatet war, auch in Alberoda gut ankommt, freut die Gastgeber. "Es gibt in der Region viele Züchter dieser Rasse", so Eibisch. Die Haltung sei relativ simpel. "Daher bieten sich die Tiere für Einsteiger an." Die Schau finde bewusst am Saisonende statt. "Da bieten viele Züchter auch gute Tiere zum Verkauf und somit für einen optimalen Start ins neue Zuchtjahr an."


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