Geld fließt für fließend Wasser

Der Freistaat will Brunnensiedlungen zu einem Trinkwasseranschluss verhelfen. In der Region gibt es schon konkrete Pläne.

Aue/Schwarzenberg.

Zehn Millionen Euro stellt der Freistaat Sachsen in den nächsten zwei Jahren bereit, um sogenannte Brunnensiedlungen ans öffentliche Trinkwassernetz anzuschließen. Davon profitiert auch der Altkreis Aue-Schwarzenberg.

Brunnensiedlungen sind Grundstücke, die ihr Wasser derzeit noch aus Hausbrunnen beziehen. Während der langen Trockenperiode im vergangenen Jahr waren viele dieser Brunnen ausgetrocknet oder standen kurz davor. Auch gab es Probleme mit der Trinkwasserqualität.

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Viele Betroffene wünschten sich daher einen Anschluss ans öffentliche Netz. Für die Versorger war das in der Regel zu teuer, weil die Häuser abseits liegen und entsprechend lange Leitungen verlegt werden müssen. Mit Zuschüssen von bis zu 65 Prozent wolle man nun einen Anreiz schaffen, solche Anschlüsse doch zu verlegen, sagte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU).

Der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) und die Landtagsabgeordnete Simone Lang (SPD) aus Breitenbrunn hatten sich um eine solche Beihilfe bemüht. ZWW-Geschäftsführer Frank Kippig zeigte sich mit der am Freitag veröffentlichten Förderrichtlinie zufrieden. "Wirtschaftlich ist der Anschluss der Brunnensiedlungen noch immer nicht, aber die Kosten sind jetzt vertretbarer", sagte er.

Der Freistaat zahlt bis zu 20.000 Euro Zuschuss pro Grundstück. Für einzelne, sehr entlegene Höfe ist der Anschluss nach Einschätzung von Kippig noch immer nicht bezahlbar. "In den meisten Fällen aber hilft uns das Geld vom Freistaat weiter."

Der ZWW könne jetzt mehre Vorhaben umsetzen. Eine dieser Brunnensiedlungen ist Burgstädtel bei Zwönitz, wo 20 Anwohner, eine Jugendherberge und der Bethlehemstift mit 30 Betten betroffen sind. Eine Bürgerinitiative bemüht sich um den Anschluss ans öffentliche Netz. Gebaut werden muss eine 1300 Meter lange Leitung, was 400.000 bis 500.000 Euro kosten wird. Im nächsten Jahr soll es losgehen.

In der Hübelstraße von Stützengrün hatte der ZWW bereits Verträge mit den Eigentümern von sechs Hausbrunnen-Grundstücken geschlossen, die bereit waren, für die Erschließung jeder rund 2300 Euro zu zahlen. Dank der Fördergelder werde es für die Bürger nun um einiges günstiger, sagte Kippig.

Im nächsten oder übernächsten Jahr sollen auch mehrere betroffene Häuser im Lößnitzer Ortsteil Dittersdorf ans öffentliche Netz angeschlossen werden. Projekte in Rittersgrün, Johanngeorgenstadt und Eibenstock seien in Vorbereitung.

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