Gemeinde verabschiedet sich von Pfarrer

Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, war 26 Jahre das Zuhause von Ulrich Kauk. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Bad Schlema.

Abends, nach getaner Arbeit, gönnt sich Bad Schlemas Pfarrer Ulrich Kauk gern ein paar Minuten in der Natur, im Garten direkt vor dem Pfarrhaus in Niederschlema. In einem Stuhl sitzend hat er neulich einen kleinen Fuchs beobachtet, der zum Trinken an den Gartenteich kam. Seit Jahrzehnten ist auch ein Feldhase regelmäßig zu Gast, erzählt er. "In gewisser Weise ist das Pfarrhaus so idyllisch gelegen, dass sich dort Fuchs und Hase gute Nacht sagen." Er werde das in Zukunft vermissen, denn Kauk geht als Pfarrer in den Ruhestand und zieht nach Lößnitz.

Kauk ist verheiratet und hat drei erwachsene Töchter. Sein letzter Arbeitstag war der gestrige Freitag. Weil er eigentlich keinen großen Rummel um seine Person mag, würde er sich am liebsten heimlich, still und leise davonschleichen. Doch das tritt nicht ein. Am Sonntag wird der Geistliche im Rahmen des Gottesdienstes, der 14 Uhr in der Martin-Luther-Kirche beginnt, gebührend verabschiedet. Seit 1992 ist Ulrich Kauk Pfarrer in Bad Schlema. Ursprünglich stammt der heute 64-Jährige aus Limbach-Oberfrohna. Seine erste Pfarrstelle war ab 1987 Riesa-West für fünf Jahre und dann ging es weiter nach Schlema, wo er die ganzen Jahre bis heute geblieben ist. Wie Kauk nach Schlema gekommen ist, ist eine Geschichte für sich: "Als ich meine Frau kennengelernt habe, war sie in Stützengrün Gemeindepädagogin. Auf dem Weg zu ihr bin ich immer durch Schlema gefahren und habe den Turm der Kirche gesehen, die damals einen desolaten Eindruck auf mich gemacht hat. Innerlich habe ich mir die Frage gestellt, ob sich denn niemand darum kümmert." Dann gab es den Punkt, wo die Beiden eine Pfarrstelle gesucht haben, wo sie als Gemeindepädagogin arbeiten konnte und er als Pfarrer. Bad Schlema bot sich als Möglichkeit an und daneben noch Aue-Zelle. Die Beiden entschieden sich für Schlema.

In seiner Zeit als Pfarrer gab es verschiedene Bau - und Sanierungsmaßnahmen, ob an der Kirche oder am Kirchgemeindehaus, wo man unter anderem auch einen Jugendkeller ausgebaut hat. "Das Erstaunliche war, dass sich immer Wege aufgetan haben, dass man an Gelder gekommen ist und man die Vorhaben umsetzen konnte. Aus eigener Kraft hätten wir das nie geschafft", so Kauk. Zur Schlemaer Martin-Luther-Kirchengemeinde kam 1999 die Oberschlemaer Kirchgemeinde dazu, 2006 auch Wildbach.

Pfarrer Ulrich Kauk erinnert sich gern an die Menschen, denen er in seiner Berufszeit begegnet ist und an die Gespräche, die er mit ihnen geführt hat. Wenn er künftig etwas mehr Zeiten haben wird, will er sich seinem Hobby, der Imkerei, stärker widmen. Aktuell sind es fünf Bienenvölker, die er zusammen mit seiner jüngsten Tochter betreut. "Jetzt habe ich die Freiheit, Dinge zu tun, die ich gern tun möchte." Pfarrer bleibe man dennoch immer. Was seine Nachfolge in der Pfarrstelle angeht, so wird Pfarrerin Elke Seekamp-Weiß aus Lößnitz zunächst als Vertretung eingesetzt. "Die Stelle an sich wird ausgeschrieben. Die Hoffnung ist, dass sie wieder besetzt wird, oder sich jemand bewirbt", erklärt Dieter Bankmann, Superintendent im Kirchenbezirk Aue.

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