Geplanter Parkplatzbau am Friedhof stößt auf Kritik

Stellflächen am Gottesacker in Lauter sind dringend nötig. Doch das ausgewählte Areal findet nicht jeder gut.

Im Eingangsbereich des Friedhofs in Lauter herrscht Parkplatzmangel. Stellflächen sollen links entstehen.

Von Anna Neef

Fehlende Parkplätze am Friedhof in Lauter sind schon lange ein Thema. Die Gemeinde plant den Bau von fünf Stellplätzen unmittelbar am Eingang des Gottesackers. Doch von der Idee sind nicht alle begeistert.

Albrecht Landmann zum Beispiel. Er hat seinem Ärger in einem Brief Luft gemacht. "Es gibt schwerwiegende Probleme", schreibt er mit Blick auf die Pläne. So sei am Zugang des Friedhofs eine Baumallee gefällt worden. "Prägendes Element unseres Friedhofs." Und dies geschah, ohne dass Gemeinde oder Bürger davon wussten. "Es wurden Tatsachen geschaffen, um Protesten aus dem Weg zu gehen", glaubt Landmann.

Pfarrer Christian Kaufmann will das so nicht gelten lassen. "Es gab den normalen Weg der Genehmigung dafür. Wenn wir Parkplätze wollen, musste es sein. Woanders gibt es keinen Platz." Zwei Gespräche habe es mit Landmann und anderen - weiteren Gemeindegliedern und Kirchenvorstand - gegeben.

Aus Sicht von Landmann ohne Erfolg. Auch sein Vorschlag, die Gemeinde zu befragen, sei abgelehnt worden. Kaufmann sagt: "Wir haben versucht, in den Gesprächen Verständnis fürs Vorhaben zu wecken." Denn bislang bricht teils Chaos aus, wenn mehrere Menschen zeitgleich den Friedhof besuchen wollen. Autos parken dann an der Lutherstraße - das ärgert Anwohner und Ordnungsamt.

"Die Stellplätze sind daher der einzige Weg, um es zu entspannen." Es sei ein guter Kompromiss, wenn auch keine perfekte Lösung. Dass man die Autos beim Ein- und Ausparken sowie An- und Abfahren hört, sei nicht auszuschließen.

Landmann fürchtet, dass der Lärm die Friedhofsandacht stört. Es sei zudem nicht zu verhindern, dass Kinder die Fläche als Spiel- oder Aufenthaltsplatz nutzen. "Es besteht die Gefahr von Unfällen, wenn eine große Anzahl von Gottesdienstbesuchern nach der Kirche den Friedhof Richtung Lutherstraße verlassen und Autos zwischen den Menschen ausparken", meint der Lauterer.

Ihn ärgert zudem das Verhalten der Stadtverwaltung. Das Argument, der Bau eines Parkplatzes sei für die Kommune zu teuer, hält Landmann für eine billige Ausrede. "Über ein großes Grundstück nahe des Friedhofs verfügt die Stadt." Sie könne eine Fläche abzweigen und den Parkplatz mit Förder- und Eigenmitteln bauen. Dazu hat Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) einen festen Standpunkt. "Die Kirche plant einen Parkplatzbau. Da fangen wir nicht auch damit an", betonte er.

Kaufmann hofft, dass sich die Gemüter beruhigen, wenn die Plätze auf der linken Seite vor dem Friedhofseingang erst einmal da sind. "Leider sind uns bislang die Hände gebunden." Die Gemeinde habe Fördermittel beantragt. Noch stehe der Bescheid aus. "Wir tun alles, um den Bereich abzuschirmen." So sei rechts eine Hecke als Sichtschutz geplant. "Wir denken, es ist eine vertretbare Lösung und Erleichterung für alle Friedhofsbesucher, die nicht mehr so gut zu Fuß sind."

1Kommentare
👍0👎0 Haecker 12.08.2018 Tja, ohne Kompromisse geht es leider nun mal nicht. Das Ergebnis ist oft nicht perfekt. Und dass Kinder, aber auch Erwachsene, einen Parkplatz mitunter als Aufenthaltsplatz nutzen, weiß jeder Autofahrer und auch, dass er dann entsprechend vorsichtig ausparken muss.
Allerdings: Wenn es in der Nachbarschaft eine besser geeignete kommunale Fläche geben sollte, dann kann sich die Kommune nicht heraushalten: Der Friedhof - auch wenn er in kirchlicher Verantwortung steht - ist eine kommunale Pflichtaufgabe (§ 2 Abs. 1 i.V.m. § 4 Sächsisches Bestattungsgesetz). Wenn sie die Möglichkeit haben sollte, die Parkplatzsituation besser zu lösen als die Kirchgemeinde, dann muss sie das tun.
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