Große Kreisstadt tritt in Wirtschaftsverein ein

Aue-Bad Schlema geht auf Iga zu - Kritik an Beschluss im Stadtrat - Lauter-Bernsbach zeigt ebenfalls Interesse

Aue-Bad Schlema.

Die Stadt Aue-Bad Schlema will Mitglied in der Industrie- und Gewerbevereinigung Aue (Iga) werden. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung nach einem kurzen, aber hitzigen Wortgefecht beschlossen. Einige Räte hatten sich im Vorfeld der Abstimmung kritisch zu der Mitgliedschaft geäußert, die die Stadt künftig jährlich 1800 Euro kosten soll. So warnte Falk Schellenberger (Freie Wähler) vor einem Interessenskonflikt. Auch Frank Löffler (CDU) hinterfragte das Ansinnen und erklärte, der Einfluss der Stadt in dem Verein werde wegen des Beitritts nicht größer. Zudem berief er sich auf Gespräche mit Iga-Mitgliedern, die ihm erklärt hätten, die Stadt könne aktuell gar nicht Mitglied werden, weil die Satzung das nicht erlaube. Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) wies das zurück: "Ich weiß nicht, mit wem sie gesprochen haben. Aber es zählt, was der Chef sagt." Dabei bezog er sich auf ein Gespräch mit der Iga-Vorsitzenden, die ihn auf eine Mitgliedschaft angesprochen habe. Laut Kohl ist der Eintritt in den Gewerbeverein "ein Bekenntnis, dass man die Aktivitäten unterstützt".

Rückendeckung erhielt Kohl von Parteikollege Thomas Colditz: "Das Angebot auszuschließen, halte ich für problematisch." Einen Interessenskonflikt sehe er nicht - im Gegenteil. "Es gibt eine gemeinsame Interessenlage, die Stadt voranzubringen." Am Ende votierte eine große Mehrheit für den Beitritt.

Die Iga zählt rund 130 Mitglieder. Neben Aue-Bad Schlema könnte bald noch eine weitere Stadt darunter sein: Lauter-Bernsbach. Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) hat nach eigenen Angaben bereits Interesse signalisiert. (juef)

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