Grusel hinter verschlossener Tür

Abschluss der ostdeutschen Krimitage diesmal mit fettigen Fingern, aber magerer Besucherzahl. Wer war das?

Schwarzenberg.

Für den Abschluss der ostdeutschen Krimitage hatte sich das Museumsteam von Perla Castrum in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen: Für die Gäste und Autoren gab es - als besonderes Cateringangebot - Fingerfood (das gemeine Würstchen) aus der Waschmaschine (WM 66). Und diese Idee kam bei den Gästen auf Schloss Schwarzenberg, wo auch in diesem Jahr die Veranstaltungsreihe endete, richtig gut an. Denn innerhalb kürzester Zeit waren die heißen Riemchen vergriffen, mussten neue heiß gemacht werden.

Doch wo Licht ist, ist oft auch Schatten: Und so war Organisatorin Claudia Puhlfürst angesichts von nur knapp 30 Krimifreunden, die der Einladung folgten, etwas ratlos: "Am Wetter, am Spiel der deutschen Nationalmannschaft, am Freitag - ich hab keine Ahnung, woran das liegt", sagte sie auf Nachfrage. Dabei hatte man das Finale der Krimitage schon eine Woche vorgezogen, um ja nicht mit der Fußball-Weltmeisterschaft zu kollidieren, pardon zu konkurrieren.

Vielleicht aber ging auch der ein oder andere Gast wieder, weil anders als in Vorjahren, die Türen zum Schloss nach Veranstaltungsbeginn geschlossen wurden. Verspätet eintreffende Gäste standen vor einem verschlossenen Tor.

"In anderen Orten funktioniert es nach wie vor sehr gut: In Coswig beispielsweise haben wir sogar einen zweiten Termin gemacht, weil die erste Veranstaltung monatelang ausverkauft war", so Puhlfürst. Mit gut 30 Gästen konnte man auch nicht an vier Orten im Schloss Lesungen anbieten. So entschieden sich die Autoren, zwei Leserunden im Festsaal zu machen. Jeder Autor konnte zweimal 15 Minuten lesen. "Denen, die hier sind, bieten wir jedoch alles", so die Organisatorin.

In der zweiten Leserunde stellte sie ihr neues Buchprojekt vor, in dem sie zwölf mysteriöse und noch nicht aufgeklärte Kriminalfälle aufarbeitet. "Das ist mal wieder ein gemeinsames Projekt mit Ralf Alex Fichtner", sagt sie. Während sie zu den Fällen recherchiert, wird der Karikaturist und Maler die "Tatorte" illustrieren. Beim Fall der chinesischen Studentin Elisa Lam lief garantiert dem ein oder anderen Zuhörer im Publikum ein kalter Schauer über den Rücken. Denn ihre verweste Leiche wurde in einer Wasserzisterne auf einem 14-geschossigen Hotel in Los Angeles gefunden, um das sich zusätzlich zahlreiche mysteriöse Geschichten ranken. So soll es dort mehrere Selbstmorde gegeben und sich einige Serienkiller eingemietet haben. Zur Kriminacht verriet die Autorin, warum sie diese Geschichte mit Dark Water überschrieb und erzählte von einem Fahrstuhlvideo, das die Studentin bei kuriosen Spielen mit den Etagentasten zeigte.

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