Händler erwarten von "Click & Collect" wichtigen Impuls

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Endlich dürfen die Läden zum Abholen bestellter Waren öffnen. Je nach Sortiment wird die Chance unterschiedlich bewertet.

Aue/Schwarzenberg.

Seit dem heutigen Montag ist in Sachsen "Click & Collect" erlaubt. Die kleine Lockerung der strengen Corona-Maßnahmen ist für viele Händler das Licht am Ende des Tunnels, denn Kunden dürfen online bestellte Waren im Geschäft abholen.

Für Lilly Vicedom, die Inhaberin von "#Mannohmann" in Aue, ist es ein wichtiges Signal: "In der ersten Woche werde ich Termine ausmachen und in unseren Onlineshop noch mehr Dinge einstellen." Ab dem 22. Februar wird sie ihr Geschäft in der Auer Innenstadt von 10 bis 13 Uhr zum Abholen und für Lieferanten mit Personal besetzen. Auch wenn die Textilbranche weniger vom neuen Angebot profitiere, weil Kleidung anprobiert werden will, freut sie sich für ihre Kollegen im Buch-, Schreibwaren- oder auch im Spielwarenhandel.

Detlef Süß vom Kinderparadies in Aue, spricht von Erleichterung. "Die anderen Bundesländer haben das seit Wochen", so Süß. Von 9 bis 16 Uhr ist sein Team ab sofort für Terminabsprachen, Bestellungen und Abholung da. "Bis dato haben wir ausgeliefert und versendet. Die ganz treuen Kunden haben zu uns gehalten und geholfen, die große, noch vor Weihnachten georderte Warenflut, zumindest ein Stück abzubauen", zeigt sich Süß dankbar.

Claudia Schmidt, die Blumenläden in Aue, Beierfeld und Zwönitz betreibt, wird "Click & Collect" an allen drei Standorten einführen. Wer es nutzt, braucht keinen Mindestbestellwert. Die Lieferservicegebühr für Kunden, die ihre Blumen abholen, entfällt. "Ein Fortschritt. So kann man auch mal nur eine Rose bestellen und abholen", so Schmidt.

"Für uns ist es wichtig, dass wir es anbieten dürfen", sagt Anja Lehmann, die Inhaberin der Fashion Lounge in Schwarzenberg. Sie verspricht sich zunächst einen richtigen Impuls für ihr Geschäft. "Gerade die Kunden, die den Einzelhandel vor Ort stärken wollen, werden in der ersten Woche viel Gebrauch davon machen." In den sozialen Netzwerken hat sie die neuen Teile präsentiert. Bezahlung ist bar oder mit Karte möglich. "Ich hoffe, dass das Kabel des EC-Terminals bis vor die Eingangstür reicht", fügt sie hinzu.

"Wir sind nicht ganz so betroffen, weil wir den Großhandel nicht schließen mussten", sagt Johannes Fischer, Inhaber und Geschäftsführer von Farben Fischer in Raschau. Die Bestellungen der Firmen und Handwerker liefen ganz normal weiter. Trotzdem knüpft er an die neue Möglichkeit Hoffnungen: "Vielleicht besinnt sich der ein oder andere auf die Händler vor Ort", so Fischer, der die Schließung der kleinen Läden nicht verstehen kann.

Für die Unternehmensgruppe Gebrüder Roth in Zwönitz ist "Click & Collect" von besonderer Bedeutung fürs Bauzentrum. "Damit hat der Privatkunde eine Chance, an seinen Bedarf für Bau- und Renovierungsarbeiten zu kommen", sagt Jens Roth, der Geschäftsführer des Unternehmens. Viele Erzgebirger nutzen die Zeit des Lockdowns für Arbeiten in Wohnung und Haus. "Wir haben einen Bestell- und Abholservice, der meist innerhalb eines Tages funktioniert", sagt Mitinhaber Carsten Roth.

Mario Münzner, Inhaber von Bergglas Münzner in Schwarzenberg, präsentiert jetzt mehr Waren im Schaufenster: "Wir haben eine Nummerierung angebracht, sodass man genau sagen kann, was man will. Wir hoffen, dass die Bestellung so kundenfreundlicher wird."

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