Halterin muss Hund nach mehreren Bissen abgeben

Seit fast zwei Jahren beschweren sich Anwohner über das Tier - Auflagen der Stadtverwaltung fruchteten nicht

Lößnitz.

Eine Frau aus Lößnitz, deren Hund mehrfach auf Passanten losgegangen ist, muss das Tier jetzt abgeben. Das hat die Kreispolizeibehörde des Erzgebirgskreises verfügt. Wie eine Sprecherin des Landratsamtes mitteilte, soll die Maßnahme kurzfristig durchgesetzt werden.

Der Schäferhund sei als gefährlich eingestuft worden. Der Halterin sei daher auferlegt worden, das Tier umgehend an eine zum Umgang mit gefährlichen Hunden berechtigte Person oder an ein Tierheim abzugeben. Danach habe sie drei Monate Zeit, eine Haltungserlaubnis für den Hund zu beantragen. Voraussetzung dafür sei persönliche Zuverlässigkeit und körperliche Eignung sowie eine bestandene Sachkundeprüfung nach den Bestimmungen des Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden.

Zum wiederholten Male hatten sich in der vergangenen Woche Nachbarn und andere Lößnitzer Bürger im Stadtrat über den Hund beschwert. Sie berichteten unter anderem von einem erneuten Beißvorfall. Eine Frau aus Beutha, die zu Besuch in Lößnitz war, hatte dem Bericht zufolge ihr Auto am Straßenrand geparkt und habe am Zaun des betreffenden Grundstücks auf ihren Mann gewartet. Der Hund sei auf sie losgegangen und habe sie über den Zaun hinweg ins Gesicht gebissen.

Bereits in der Januar-Sitzung des Stadtrates hatten Anwohner über eine Attacke des Schäferhundes auf einen jungen Mann berichtet. Dieser war leicht am Bein verletzt worden. Der Hund war damals versehentlich aus dem Grundstück entkommen. Auf eine Anzeige der betroffenen Familie hin hatte die Staatsanwaltschaft Chemnitz wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt, das Verfahren jedoch eingestellt, weil eine Strafverfolgung nicht im öffentlichen Interesse liege. Das hatte zu Unverständnis unter Anwohnern geführt, die sich seit fast zwei Jahren über die Aggressivität des Hundes beschweren. Diese liegt offenbar in mangelnder Erziehung begründet.

Die Stadt Lößnitz hatte versucht, das noch junge Tier an ein Tierheim zu vermitteln, ohne Erfolg. Die Stadt erteilte der Halterin die Auflage, das Tier im Zwinger zu halten und den Zaun mit einem Ausgrabeschutz zu versehen. Trotzdem kam es zu dem neuerlichen Beißvorfall. (mu)

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