Hofdiener sammelt fleißig Pferdeäpfel ein

Das auch als Abäppeln bezeichnete Aufsammeln der tierischen Hinterlassenschaften kostet viel Kraft und Zeit. Ein neues Gerät, das diese Arbeit übernimmt, wird derzeit in Kühnhaide getestet. Entwickelt hat es eine Auer Firma.

Kühnhaide.

Für viele ist es ein Traumberuf - die Arbeit auf einem Pferdehof. Doch abseits des Vergnügens, den edlen Tieren rund um die Uhr nahe zu sein, bedeutet es auch jede Menge - und teils harte - Arbeit. Davon wissen die Leute der Aktivhaltung Hübner im Zwönitzer Ortsteil Kühnhaide ein Lied zu singen. Deren Pferde produzieren beispielsweise jeden Tag zwischen drei und vier Tonnen Mist. "Früher haben wir diese Menge händisch mit einer Mistgabel auf einen Traktoranhänger geladen", berichtet Inhaberin Nancy Hübner.

"Das sogenannte Abäppeln hat täglich rund fünf Stunden in Anspruch genommen", fügt die 31-Jährige an. Zudem war es eine körperlich extrem anstrengende Tätigkeit. Um sich diese zu erleichtern, wurde für den Pferdehof ein erstes Gerät gekauft, das die Arbeit automatisieren sollte. "Im Gelände funktionierte es jedoch nicht", so Nancy Hübner.


In der Aktivhaltung Hübner sind dutzende Pferde untergebracht, darunter auch zwei von Franziska Mehlhorn. "Wir kamen eines Tages miteinander ins Gespräch - unter anderem auch über das Problem des Abäppelns", sagt Hübner. Es stellte sich heraus, dass Franziska Mehlhorns Mann die Firma Metallbau Mehlhorn GmbH in Aue leitet. Und jener erkannte sofort mehrere Probleme, warum das bisherige Abäppelgerät nicht funktionierte. Im Spätsommer 2018 nahm Andreas Mehlhorn mit drei Mitarbeitern die Entwicklung eines neuen Geräts in Angriff. Dessen Prototyp ist in diesem Frühjahr schließlich fertig geworden.

Bei der neu entwickelten Maschine handelt es sich um einen hydraulisch betriebenen Sammelbehälter mit eigenem Fahrwerk, der sich vorn oder hinten an jedem Traktor befestigen lässt. "Im Gerät befindet sich eine Walze, die wie eine Kehrmaschine den Mist einsammelt. Sobald der Sammelbehälter voll ist, kann man diesen wie eine Baggerschaufel entleeren", erklärt Andreas Mehlhorn. Die Kombination aller Funktionsweisen in einem Gerät sei einmalig. "Deshalb habe ich mir das Ganze auch patentieren lassen", erklärt der 33-Jährige aus Zwönitz.

Das neue Abäppelgerät trägt den Namen Farm-Servant - zu Deutsch Hofdiener - und wird in verschiedensten Größen verfügbar sein. Der Sammelbehälter soll ein Volumen zwischen 250 und 2500 Kilogramm besitzen, abhängig von bereits vorhandenen Gerätschaften, beispielsweise von der Größe des Traktors oder der des Hofladers.

"Momentan befindet sich das Gerät noch bei Nancy Hübner in der Testphase. Ab August möchte ich allerdings dann die ersten Modelle ausliefern", sagt Andreas Mehlhorn. Für die Herstellung wird er jeweils rund vier Wochen benötigen. Die Preise beginnen voraussichtlich bei rund 10.000 Euro, je nach Größe der Maschine.

Im Juli soll sogar eine eigenständige Firma gegründet werden, deren Geschäftsführerin Franziska Mehlhorn sein wird. "Für die Zukunft plane ich zudem, verschiedene Arten von Walzen in unser Produkt einzubauen, beispielsweise zum Kehren, zum Mulchen sowie zur Grünlandpflege", blickt Andreas Mehlhorn voraus. Von der Effektivität seines Geräts ist er schon jetzt überzeugt: "Im Vergleich zum händischen Abäppeln spart man mit dem neuen Gerät rund 50 Prozent der Arbeitszeit ein."

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