Hommage an einen fast vergessenen Künstler

Wer war Otto Müller- Eibenstock? Zur Eröffnung einer Ausstellung hat es erste Antworten gegeben. Weitere sollen folgen.

Eibenstock.

Es ist eine kleine Auswahl an Landschaftsgemälden, Stillleben, Zeichnungen und Entwürfen für die Stickerei-Industrie von Otto Müller-Eibenstock, die derzeit im Stickerei-Museum Eibenstock zu sehen ist. Es wird vermutet, dass das Werk des Künstlers weitaus umfangreicher ist. Dass dennoch jetzt ein großer Teil nach Eibenstock zurückkehrte, wo Otto Müller seit den 1920er-Jahren lebte und arbeitete, ist Kerstin und Wolf-Dietrich Schreier zu verdanken. Die Besitzer des Eibenstocker Kunsthofes haben im vergangenen Jahr eine Sammlung mit 60 Werken von Otto Müller-Eibenstock aus Privatbesitz erworben und sie als Gründungskapital für die Stiftung "Zuhause am Auersberg" zur Verfügung gestellt.

Die Ausstellung war zuvor in Falkenstein zu sehen, denn im dortigen Ortsteil Dorfstadt wurde Otto Müller am 15. August 1898 geboren. Aus Anlass des 120. Geburtstages waren Schreiers und Mitglieder des Falkensteiner Kunstvereins "Falkart" zusammengekommen. Als erste gemeinsame Veranstaltung fand im Oktober 2018 im Kunsthof Eibenstock ein Kolloquium zu Otto Müller-Eibenstock statt. Rainer Döhling vom Falkensteiner Kunstverein sagte am Mittwochabend zur Vernissage im Stickerei-Museum, man wolle den fast vergessenen Künstler "aus dem Schatten holen". Er meinte damit, dass Otto Müller-Eibenstock zu Lebzeiten dort, wo er wirkte, die Anerkennung versagt blieb. Seine erfolgreichsten Zeiten erlebte er in den 1920er-Jahren. In dieser Zeit hatte er Verbindungen zu Künstlergruppen wie "Sturm" und "Dada", er war befreundet mit Herwarth Walden, William Wauer und Kurt Schwitters. Bis zu deren Auflösung war Otto Müller Mitglied der Künstlergruppe "Die Abstrakten", einer internationalen Vereinigung der Expressionisten, Kubisten, Futuristen und Konstruktivisten.


Döhling stellte auch die Verbindung des Künstlers zum vor 100 Jahren gegründeten Bauhaus her. Wie Otto Müller-Eibenstock als Kollege war, erzählte Margitta Baumann, die 15 Jahre mit ihm in einer Eibenstocker Stickerei zusammengearbeitet hat. Sie beschreibt ihn als bescheidenen Menschen, der viele Muster in der Stickerei geprägt habe, aber kaum in seinem Wohn- und Heimatort in Erscheinung getreten sei. Bemühungen, sich auf ihn zu besinnen, gab es laut Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab (CDU) schon in den 1990er-Jahren mit dem Verein "Freunde und Förderer von Otto Müller-Eibenstock". Diese seien wieder eingeschlafen, umso mehr freue ihn, dass es jetzt mit der Ausstellung einen Neubeginn gibt. "Die Geschichte geht weiter", versprach Kerstin Schreier. Der Neffe von Ilse Stölzel, die offenbar ein Verhältnis mit Müller-Eibenstock hatte, hat sich bei ihr gemeldet und davon erzählt, Liebesbriefe vom Künstler zu besitzen. Auf der Suche nach weiteren Werken sind die Eibenstocker und Falkensteiner allemal.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...