Hormersdorf ist das Mekka für Achatsammler

Die Welt der Edelsteine hat Hunderte Besucher in die Jugendherberge im Ort gelockt. Auch anerkannte Experten lassen sich die Tauschbörse nicht entgehen.

Hormersdorf.

Unter Achatsammlern gilt Dietrich Mayer aus dem Taunus als Koryphäe. Seine Sammlung umfasst etwa 5000 Achate aus aller Welt, und er hat bereits zwei Bildbände über Achate veröffentlicht. Dennoch ist der 79-Jährige keineswegs aus rein fachlichen Gründen zur 26. Achatbörse nach Hormersdorf gekommen: "Ich bin bereits zum zehnten Mal hier, und für mich zählen vor allem die persönlichen Gespräche."

Seit ihrer ersten Auflage im Jahr 1994 hat sich die Tauschbörse zum wahren Mekka für Achatsammler entwickelt. Im ersten Jahr konnten sich die zehn Aussteller gerade einmal über 30 Besucher freuen. In diesem Jahr präsentierten 45 Aussteller aus ganz Deutschland ihre Stücke. Die Zahl der Besucher lässt sich nur schätzen, denn Eintritt wird nicht erhoben. "400 Besucher waren in den letzten Jahren immer da", so Holger Quellmalz. Der Rochlitzer, der die Organisation der Börse vor sechs Jahren von Gründer Uwe Thonfeld übernommen hat, freut sich über die ungebrochen große Resonanz: "Wir haben Stammaussteller, aber es kommen auch immer neue Leute. " Der Besucher mit der weitesten Anreise war unstrittig der US-Amerikaner Doug Moore, der seine regelmäßigen Deutschlandbesuche schon mehrfach mit einem Abstecher nach Hormersdorf verbunden hat. Mit einem schweren Beutel streifte er gestern durch die Börse, und auf die Frage, ob er auch schon etwas gekauft habe, meinte er verschmitzt: "Viel zu viel."

Torsten Kleditzsch

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Am Vorabend der Börse gibt es Fachvorträge. Diesmal hat Ronny Rößler, Direktor des Naturkundemuseums Chemnitz, vor rund 100 Besuchern zum Thema "Die kleinsten Achate der Welt und die Mineralisation versteinerter Wälder" gesprochen, denn das Spezialthema dieses Jahres war versteinertes Holz. Einige Objekte dieses Sammelgebietes hatte auch Holger Quellmalz mitgebracht. Dabei hat der 50-Jährige die Sammelleidenschaft erst relativ spät, nämlich vor zwölf Jahren, für sich entdeckt. Er kommt beim Thema Achate schnell ins Schwärmen: "Achate sind Naturschönheiten, deren Entstehung noch gar nicht bis ins letzte Detail erforscht ist. Diese versteinerten Hölzer sind teils 290 Millionen Jahre alt." Auch nächstes Jahr soll es wieder eine Achatbörse in der Jugendherberge geben. Als Termin steht der 29. März bereits fest. Thema sind dann "Achate unter dem Mikroskop", den Vortrag dazu hält Jens Götze, Professor an der Bergakademie Freiberg.

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