Imkerei stößt zunehmend auf Interesse

Warum ewig flüssiger Honig kein Qualitätskriterium ist, hat Imker René Weißbach in Zwönitz verraten. Kristallisieren hingegen spricht beim Gold für die geschätzten Inhaltsstoffe.

Zwönitz.

Wenn Honig vom Imker eine gewisse Zeit steht, verändert sich dieser - er kristallisiert und wird fest. Nicht so beim Honig aus dem Supermarkt. Wer dort das flüssige Gold im Spender erwirbt, der kann sich sicher sein, dass es bis zum letzten Tropfen flüssig bleibt. Dass dies für einen guten Honig kein Qualitätsmerkmal ist, hat Imker René Weißbach aus Schlettau beim Honigseminar im Gartencenter Roth in Zwönitz verdeutlicht.

Vor den interessierten Gästen betonte Weißbach, dass die ewig goldgelbe Flüssigkeit immer auf Kosten der Inhaltsstoffe geht. "Supermarkthonig wird im Vorfeld entweder sehr lang, sehr stark erhitzt oder bestrahlt", sagte Weißbach. Beide Verfahren führten dazu, dass von den so geschätzten Inhaltsstoffen des Honigs nicht viel übrig bleibt. Weißbach räumte auch gleich mit den Mythen auf, die sich um heiße Milch mit Honig oder um Honig im Tee handeln. "Beides schmeckt sicherlich ganz gut, aber die Wirkung des Honigs bleibt aus", so Weißbach. Wer mit Honig etwas erreichen möchte, beispielsweise eine Behandlung von Erkältungskrankheiten oder eine Behandlung von Magen-Darm-Problemen, der sollte Honig vom Löffel essen. Diese Löffel würden Heißhungerattacken verhindern und für eine gleichbleibende Leistungsfähigkeit sorgen. "Ich mach das dreimal täglich", so der Imker im Nebenerwerb. Längst schwören die Erzgebirger nicht nur auf den Honig, sondern auch auf die Nebenprodukte. Propolis beispielsweise gilt als eine Art Wunderwaffe bei Erkältungskrankheiten. Weißbach empfiehlt, mit Alkohol versetzte Propolis zu verwenden. Durch den Alkohol würden die Wirkstoffe besser aufgenommen.

Bienen sind das ganze Jahr aktiv, momentan allerdings ausschließlich im Stock. Der bisher eher milde Winter habe den Insekten keine Probleme bereitet. "Sie fressen im Winter und wärmen sich gegenseitig. Falls die Königin bereits eine Brut angelegt hat, kümmern sie sich auch schon um diese", so Weißbach. Am Seminar am Samstagvormittag nahm auch eine Gruppe Männer teil, die es mit der Imkerei versuchen wollen. "Mein Eindruck ist schon, dass das auf immer mehr Interesse stößt", so der Schlettauer. "Es geht vielen Menschen um Nachhaltigkeit", so der 41-Jährige.

Als Hobbyimker könne man bis zu 30 Bienenvölker steuerfrei "bewirtschaften". Dies gilt seit 2016. "Man muss diese zwar in der Steuererklärung angeben. Steuer wird aber nicht fällig - das gilt im Steuerrecht als Liebhaberei", weiß der Schlettauer. Daher gehen "Neulinge" kein Risiko ein. Auch sei der Start mit geringen Investitionskosten möglich.

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