In Bockau muss selbst die Freibad-Kasse auf den Prüfstand

Bei der Durchsicht der Jahresrechnungen 2009 bis 2012 blieben Fragen offen. Es geht um Personal, Limo im Gemeinderat und die Zusammenarbeit mit Zschorlau.

Bockau.

Die Prüfung der Jahresrechnungen 2009 bis 2012 der Gemeinde Bockau durch einen Gutachter hat Fragen aufgeworfen. "Es gab einige Punkte, zu denen wir Stellung beziehen mussten", so Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos). Nun hoffe er auf einen positiven Abschlussbericht seitens des Prüfers und der Rechtsaufsicht. "Ich denke, wir konnten alle Sachverhalte klären." Oder Wege aufzeigen, wie es künftig besser zu machen ist.

Komplizierter als in anderen Kommunen macht das Ganze vielleicht die Tatsache, dass Bockau mit Zschorlau in einer Verwaltungsgemeinschaft (VG) arbeitet, wobei Zschorlau erfüllende Gemeinde ist. "Bei einigen Aufgaben oder beim Personal kamen deshalb Fragen zu Zuständigkeiten auf", sagt Baumann. Beispielsweise ergab sich die Frage, warum zwei Verwaltungsmitarbeiterinnen im Stellenplan von Zschorlau gelistet sind, aber im Gemeindeamt Bockau arbeiten. Dabei ist das logisch, erfüllen sie doch Aufgaben, die vor Ort anfallen.

"Sie sind als Mitarbeiter der erfüllenden Gemeinde Zschorlau angestellt - auch wenn ihre Arbeitskraft selbst in Bockau gebraucht und ab-gerufen wird", sagt Baumann. Denn im Laborantendorf leiste man natürlich einen Teil der Verwaltungsarbeit, wenngleich Zschorlau als erfüllende Gemeinde federführend bei der Organisation der laufenden Verwaltung sei. "Wir teilen ja die Ämter", so Baumann. Beispiele dafür sind Bauamt und Kämmerei.

Ins Detail ging die Prüfung etwa von Reisekosten, Ratsprotokollen und Getränken für die Bürgervertreter während der Gemeinderatssitzungen. So darf das Geld für Wasser oder Limo nicht aus der Gemeindekasse genommen werden. Zu allen Punkten habe man Stellung genommen und fehlende Dokumente oder Informationen nachgereicht. "Einige Vorgaben waren uns nicht bekannt. Künftig werden sie berücksichtigt", so Baumann.

Das gelte auch für die Freibad-Kasse, die zwar auf den Cent genau stimmte. Doch die Art der Kassenführung erntete Kritik. "Weil sich am Einlass mehrere Personen abwechseln, verbleibt die Kasse nicht allein bei einer verantwortlichen Person." Dafür suche man eine Lösung. Nach einem Jahr Pause wegen Straßenbaus macht das Freibad in diesem Sommer wieder auf.

Weitere Forderungen des Prüfers sind die Umgestaltung der Zahlstelle, was im Zuge des Bibliotheks-Umzugs ins Gemeindeamt mit erledigt werden soll, sowie die Überarbeitung formeller Vorgänge in der Verwaltung. Umlagen, die Bockau an Zschorlau innerhalb der Zweckvereinbarung der VG zahlt, dürfen nicht mehr als Pauschale erfolgen. Baumann: "Das soll nun mit konkreten Rechnungen gemacht werden."

Ein neuer Vertrag, der Bockau ein Prüfrecht einräumt, wurde vom Prüfer zudem für den Kontrakt mit dem Kita-Träger empfohlen. "Es liegt also insgesamt viel Arbeit vor uns", sagt der Bürgermeister.

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