In den Hochwasserschutz fließt viel Geld

Das Pöhlwasser plätschert als kleiner Bach dahin. Es kann aber auch anders. Die Anliegerkommunen wollen für solche Fälle vorsorgen - und sind froh über die jetzt bewilligte Unterstützung.

Schwarzenberg/Raschau-Markersbach.

Solch ein Treffen hat Seltenheitswert: Die Stadträte von Schwarzenberg und die Gemeinderäte von Raschau-Markersbach kommen am 7. Mai im Haus des Gastes "Kaiserhof" in Markersbach zusammen. Und das aus erfreulichem Grund: Die Landesdirektion Sachsen hat den beiden Kommunen 3,84 Millionen Euro als Fördermittel zum Verwirklichen von Hochwasserschutzmaßnahmen am Pöhlwasser bewilligt. Nachdem über Jahre die Beseitigung von Hochwasserschäden Priorität hatte, sollen jetzt weitere Teilvorhaben aus dem 2007 in Auftrag gegebenen Hochwasserschutzkonzept auf den Weg gebracht werden. Bereits im Jahr 2016 war als Einzelmaßnahme die Weigelbrücke abgerissen worden, die sich als Abflusshindernis erwiesen hatte.

Schwarzenberg und Raschau-Markersbach setzten das Konzept in ihrem Zuständigkeitsbereich als Gemeinschaftsprojekt um, wobei die Partner vertraglich regelten, dass die Stadt als Bauherrin auftritt. Schwarzenberg vergab Anfang März die Planungsleistungen für die Teilobjekte 2 bis 6 im ersten Bauabschnitt. Der Auftrag mit 286.000 Euro Umfang ging ans Auer Ingenieurbüro Bauer und umfasst neben Objektplanung und Bauüberwachung für die Ingenieurbauwerke auch Tragwerksplanung und 2-D-Modellierung. Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU): "Wir haben das schlimme August-Hochwasser 2002 erlebt. Mit fast 4 Millionen Euro Fördermitteln können die beiden Kommunen den Hochwasserschutz am Pöhlwasser gemeinsam weiter verbessern. Die Fördersumme ist sehr erfreulich."

Die beiden Kommunen wollen mit den freigegebenen Fördergeldern fünf weitere Maßnahmen aus dem Konzept verwirklichen. Es sollen abschnittsweise Hochwasserschutzmauern neu gebaut, bestehende Ufermauern erhöht sowie ein Hochwasserschutzdamm im Bereich der Grünstädtler Wiesen errichtet werden. Die Gesamtkosten des Fördervorhabens betragen rund 4,157 Millionen Euro. Die etwa 317.000 Euro Differenz zur Fördersumme tragen die beteiligten Kommunen durch Eigenmittel.

"Wenn sich die beiden Räte in der nächsten Woche treffen, geht es um die Ausschreibung von zwei Teilprojekten, die unsere Gemarkung betreffen", erklärt Frank Tröger (Freie Wähler), Bürgermeister in Raschau-Markersbach. "Das ist zum einen die Binnenentwässerung zwischen der B 101 und den Einkaufsmärkten, zum anderen ein Schutzbauwerk hinter den Märkten." Dass Fördermittel in dieser Höhe fließen, daran hatte Tröger kaum noch geglaubt. "Nun hoffen wir, dass die Ausschreibungen gute Ergebnisse bringen."

Im Bereich des Pöhlwassers werden Wohn- und Gewerbestandorte sowie die Bundesstraße 101 künftig vor Hochwasser in einem Ausmaß geschützt, das statistisch einmal in 25 Jahren auftritt. Zudem soll das Maßnahmenpaket laut Fachleuten positive Effekte für das Hochwassergeschehen an der Großen Mittweida und am Schwarzwasser haben. Das zeitliche Verlagern der Hochwasserscheitel unterbindet ein Überlagern möglicher Hochwasserwellen von Pöhlwasser und Großer Mittweida.


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