Junge Schauspielerinnen tauchen tief in neue Rollen ein

An der Oberschule in Lößnitz gibt es ein erfolgreiches Theaterprojekt. Derzeit laufen die Proben für ein neues Stück, das selbst die Juroren der Chemnitzer Schultheaterwoche interessiert.

Lößnitz.

Aufgeregt, ja völlig überdreht rennen sie auf die Bühne, die man sich im Probenraum einfach denken muss. Sie schnattern, sind nicht zu verstehen. Unter ihre Arme haben die sechs Mädchen, die zur Theatergruppe von Lehrerin Claudia Schöniger und Schauspielerin Beate Düber an Oberschule Lößnitz gehören, hellblaue Rollen geklemmt. Die Mädels sind zwar schwarz gekleidet, darüber aber tragen sie Badeanzüge oder Bikinis. Wer sich darauf einlässt, landet gedanklich schnell am Strand. Die Mädchen beginnen schließlich gar zu surfen, rollen die hellblauen Matten aus, geben sich dem Spiel mit den imaginären Wellen hin. Es ist schon fast unheimlich, wie sehr sich die Oberschülerinnen aus Lößnitz in ihre Rollen fallen lassen.

Nach einem überaus erfolgreichen Jahr 2019, das durch die Teilnahme am Schultheatertreffen der Bundesländer gekrönt wurde, hat die Theatergruppe im November die Proben für ihr neues Stück begonnen. 30 bis 45 Minuten wird die Inszenierung dauern. "Tauchen mit Schiller" heißt das Stück. Zuerst war das nur ein Arbeitstitel, mittlerweile finden ihn alle so toll, dass die Adaption des Tauchers von Schiller genau unter diesem Titel auf die Bühne gebracht wird. Die Ballade handelt von einem Jüngling, der sich auf Geheiß des Königs und mit der Aussicht auf einen goldenen Becher in den Meeresschlund stürzt. Geht es beim ersten Mal noch gut, wird der mutige Taucher beim zweiten Versuch vom Wasser verschlungen.

Obwohl das Stück längst noch nicht fertig entwickelt ist, stand in dieser Woche bereits ein Vorspielen an. Juroren der Chemnitzer Schultheaterwoche, die im März stattfindet, waren extra dafür nach Lößnitz gekommen, um sich einen Eindruck von der neuen Inszenierung zu verschaffen. Im vergangenen Jahr sorgte die kleine Schauspielschar für einige Überraschungen. So durften die Erzgebirger zur Eröffnung der Schultheaterwoche auftreten und bekamen die Empfehlung, sich auch für das sächsische Schultheatertreffen zu bewerben. Von da aus wurden die Lößnitzer zum Bundestreffen delegiert, bei dem sie noch einmal die Eröffnung bestreiten durften. Beate Düber ist zuversichtlich, dass es auch diesmal mit der Teilnahme in Chemnitz klappt.

Schülerin Cassandra Roth ist jedes Mal aufs Neue von den Proben begeistert. "Es macht immer wieder Spaß am Montag hierher zu kommen", sagt die Elfjährige. Anna-Lena Gundermann sieht das ähnlich: "Eigentlich habe ich ja schon viele Hobbys. Deshalb musste ich ein bisschen überlegen. Aber Theater hat sich so toll angehört, dass ich es einfach machen musste", sagt die Zehnjährige und lächelt. Die hohe Konzentration, die den Nachwuchsschauspielern abverlangt wird, sieht sie als Herausforderung. Zu den "alten Hasen" gehört Alina Schönfelder: "Ich finde das Stück sehr spannend. In der Rolle drin sein, das ist das, was Theater ausmacht." Noch gut erinnern sich die Mädchen, die 2019 dabei waren, an ihre Erlebnisse während der drei Stationen und sind schon voller Vorfreude auf das Publikum in Chemnitz. Im Auer Kulturhaus wird das Stück am 18. Juni gezeigt.

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