Junge Vietnamesen starten Altenpflege-Ausbildung

Im Erzgebirge werden dringend Fachkräfte gebraucht. In Aue wird dafür jetzt eine Klasse mit Weitgereisten gebildet.

Aue-Bad Schlema.

Tran Thu Thao kommt aus der Provinz Hai Duong, nahe der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Die 19-Jährige kam mit 13 weiteren jungen Frauen und Männern aus Vietnam im September vergangenen Jahres nach Deutschland. Gemeinsam bilden sie ab März eine eigene Klasse in der Evangelischen Berufsfachschule für Altenpflege in Aue. Dort wurden sie gestern unter anderem von der Schulleitung begrüßt und dem Praxispartner, dem Diakonischen Werk Aue/Schwarzenberg. Vor ihnen liegt eine dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger.

Tran Thu Thao kann sich schon ganz gut in Deutsch verständigen. Bevor die Vietnamesen kamen, mussten sie einen Deutschkurs in ihrer Heimat absolvieren. Auch hier lernen sie zurzeit in ihrer aktuellen Unterkunft in Brand-Erbisdorf (Mittelsachsen) Deutsch. "Am Anfang war das mit der Aussprache sehr schwer", sagt die 19-Jährige. "Gut sprechen ist aber wichtig für den Beruf als Altenpfleger."

Christine Weber, 1999 bis 2003 CDU-Ministerin in Sachsen, hat die Vietnamesen ins Land geholt. Die private Initiative verfolgt sie seit einigen Jahren. In ihrer Heimatregion, dem Erzgebirge, hat sie sich mit ihrem Unternehmen, Weber Dienstleistungen, bereits um Fachkräfte für das Hotel- und Gaststättenwesen bemüht. Nun sei sie auch von Pflegebetrieben angesprochen worden. Über Thomas Colditz, CDU-Landtagsmitglied, ist vor etwa einem Jahr der Kontakt zum Diakonischen Werk Aue/Schwarzenberg zustande gekommen. Etliche bürokratische Hürden waren seitdem zu überwinden, darum kümmert sich Christine Weber mit ihren vietnamesischen Partnern. Die Schüler werden in Aue und Umgebung wohnen, für die Unterkünfte sorgt die Diakonie. Bezahlt werden sie von den vietnamesischen Schülern von ihrem Ausbildungsgeld. Ebenso die Schulgebühren, 10.000 Euro waren von jedem zu hinterlegen, das Schulgeld zahlt der Freistaat am Ende des Schuljahres aber zurück.

Die Bildungseinrichtung in Aue gehört zum Verein zur Beruflichen Förderung und Ausbildung mit Sitz in Chemnitz. Dessen Geschäftsführender Vorstand, Wolfgang Höhnel, hieß die jungen Vietnamesen herzlich willkommen und sprach davon, wie dringend im Erzgebirge Altenpfleger gebraucht werden. "Der Bedarf ist riesengroß, der Beruf soll zukünftig mehr Anerkennung finden", versprach Frank Reißmann, Leiter der Abteilung Soziales und Ordnung in der Landkreisverwaltung.

Nach einem Essen in einem vietnamesischen Restaurant standen gestern für die zukünftigen Schüler noch ein kleiner Empfang im Auer Rathaus und ein Besuch im Pflegeheim der Diakonie auf dem Zeller Berg auf dem Programm.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...