Kahlschlag in Eibenstock verärgert Naturschützer

Gehölze müssen für Bauarbeiten an neuem Radweg weichen

Eibenstock.

Jörg Richter von der Grünen Aktion Westerzgebirge (GAW) ist empört über die Abholzungen, die in den vergangenen Tagen in Eibenstock entlang des früheren Bahndamms zwischen Gerstenbergweg und Bundesstraße 283 stattgefunden haben. Dort wird derzeit am zukünftigen Radweg, dem Zubringer zum Muldetalradweg, gebaut. Richter hat nach eigenen Angaben dazu "viel Kritik von Bürgern" gehört und sich vor Ort selbst umgesehen. "Wir sind sauer, dass dort alles komplett abgeholzt wurde", sagt er. Von der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt hat Richter die Auskunft erhalten, dass damit der Blick auf das Hotel Blaue Wunder und die Badegärten frei gemacht werden soll.

Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab (CDU), der auch Vorsitzender des Zweckverbandes Muldentalradweg ist, begründet die Baumfällungen hingegen damit, dass für den Bau des Radwegs eine "Arbeitsbreite von 4 bis 4,50 Meter" benötigt werde. Der eigentliche Radweg wird etwa drei Meter breit sein, hinzukommen die Bankette. Staab versichert, dass nach Abschluss der Bauarbeiten Neupflanzungen geplant sind. Zugleich widerspricht er der Aussage, dass ein freier Blick zu Hotel und Badegärten der Grund für die Fällungen war. Und: Der Weg sei so angelegt, dass nur auf einer Seite Bäume gefällt werden müssen.

Jörg Richter bleibt bei seinem Standpunkt: "Es wäre nicht nötig gewesen." Er versteht nicht, warum auf dem gesamten, etwa sechs Meter hohen Hang die Gewächse weichen mussten. Er spricht von einer "Fehlentscheidung".


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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    Tauchsieder
    21.02.2020

    Natur und Radwege - The Neverending Story.
    Der Elstertalradweg lässt grüßen.