Kampf um neues Gerätehaus: Jetzt gibt's ein Baugrundstück

Die Feuerwehr im Auer Ortsteil Alberoda ist seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Domizil. Nun gibt es gute Neuigkeiten. Bis zum Einzug wird aber wohl noch einige Zeit vergehen.

Aue.

Nach jahrelangem Ringen um ein neues Domizil für die Feuerwehr in Aue-Alberoda scheint jetzt eine Lösung gefunden: Neben der Kindertagesstätte Löwenzahn an der Alberodaer Straße soll das Gerätehaus entstehen. Für diese Option hat sich der Stadtrat von Aue-Bad Schlema vor Kurzem entschieden und zugleich drei andere mögliche Baugrundstücke verworfen.

Ein Areal schien der Stadtverwaltung zu weit entfernt vom Ortszentrum, ein anderes an der Wachbergstraße im Gewerbegebiet sei wegen der darüber verlaufenden Stromleitung schwierig zu bebauen. Eine dritte Baufläche auf der anderen Seite der Kita könnte nach Angaben der Stadt eines Tages als Spielfläche genutzt werden.

Der Wunsch nach einem neuen Gerätehaus schwelt in Alberoda so richtig bereits seit 2015. Bisher nutzen die Rettungskräfte Aufenthaltsräume, Duschen und Toiletten der ehemaligen Schule. Neben der schlechten Bausubstanz entspricht das Depot nicht mehr den Vorgaben der Unfallkasse. Lange Zeit schien es, als könnte die Feuerwehr in das bisherige Gebäude des Technischen Hilfswerks (THW) an der Wachbergstraße ziehen. Weil sich ein geplanter Neubau des THW in Alberoda jedoch verzögert, ist diese Idee mittlerweile vom Tisch.

Die Kosten für das neue Feuerwehr-Gerätehaus schätzt die Stadtverwaltung auf fast 1,4 Millionen Euro. 360.000 Euro davon sollen mit Hilfe von Fördermitteln finanziert werden. Die Zusage dafür überreichte der Landrat bereits vor einigen Wochen.

Zudem entschied der Stadtrat in seiner Dezember-Sitzung, die Investitionspauschale des Freistaats Sachsen für 2019 und 2020 zu bündeln und für den Bau des neuen Depots zu verwenden. Es handelt sich um 70.000 Euro, die der Freistaat jährlich jeder Kommune überweist.

Aus den Reihen der AfD kam im Stadtrat der Vorschlag, das alte Feuerwehrdomizil könnte zur Refinanzierung der hohen Kosten verkauft werden. Als eher unrealistisch wies das Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) zurück: "Das glaube ich nicht." Denn es gebe bereits neue Interessenten für die Immobilie. "Die Geflügelzüchter halten schon ihre Hand über das Objekt", erklärte der Stadtchef.

Dennoch: Bis der Neubau steht, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen. Zunächst muss die Stadtverwaltung das gewünschte Baugrundstück erwerben; es gehört ihr bislang nicht. Mit einem Start der Bauarbeiten wird erst im Frühjahr 2021 gerechnet. Im Sommer 2022 könnte der Neubau aller Voraussicht nach stehen. Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte in seiner Sitzung in dieser Woche aber zumindest schon einmal einer Bauvoranfrage für den zweigeschossigen Neubau an der Alberodaer Straße zu.

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