Kampfabstimmung über Huckelpiste in Affalter

Bei der Eingemeindung von Affalter im Jahr 1999 verpflichtete sich Lößnitz, den Ringweg zu vollenden. Nun ist es bald soweit.

Affalter.

Der Ringweg im Lößnitzer Ortsteil Affalter wird im nächsten Jahr saniert. Das hat der Stadtrat beschlossen. Doch obwohl die Kommune die Huckelpiste in der Streitwaldsiedlung seit 20 Jahren auf der Agenda hat, wurde es eine Kampfabstimmung: Sechs Stadträte waren dafür, drei dagegen, sechs enthielten sich ihrer Stimme.

Die Kritiker sehen es als problematisch an, dass die Stadt die 70.000 Euro Investitionspauschale, die ihr der Freistaat Sachsen jährlich überweist, zweimal hintereinander nur für den Ringweg ausgeben will. Rund 142.000 Euro beträgt der Anteil, den Lößnitz beisteuern muss. Der Rest wird von den Zweckverbänden Abwasser Schlematal und Wasserwerke Westerzgebirge bezahlt, die ihr Leitungsnetz in der Streitwaldsiedlung erneuern.

Das Warten auf die Gelegenheit zu solch einer konzertierten Aktion hat dafür gesorgt, dass die Fertigstellung des Ringweges, wie sie in der Eingliederungsvereinbarung zwischen Affalter und Lößnitz 1999 festgeschrieben war, mehrfach aufgeschoben wurde. Zum anderen ermöglicht diese Bündelung von Maßnahmen, dass die Anwohner nicht an den Straßenausbaukosten beteiligt werden. So stellte es Bürgermeister Alexander Troll (CDU) dar. "Das ist nicht selbstverständlich", sagte er. Und: "Es ist ein Entgegenkommen."

Zuvor hatte Dandy Neubert (CDU) Bedenken geäußert: "Auch im Neubaugebiet gibt es Straßen, die dringend angerichtet werden müssen." Sein Fraktionskollege Michael Andrä machte ebenfalls Bauchschmerzen geltend, weil gleich zwei Invest-Pauschalen in den Ringweg investiert werden sollen. "Es gibt noch andere Straßen und wir wissen nicht, wie der Winter wird", sagte er.

Die Stadträte aus Affalter widersprachen heftig. "Weißt du, wie der Ringweg aussieht?", fragte Willi Kreutel. "Du kannst ja rausgehen und es den Leuten erklären."

Affalters Ortsvorsteher Klaus-Dieter Kalauch bat die Stadträte um Zustimmung. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, dort zu agieren. Machen wir es nicht, wird sich für die Bürger auch in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern", sagte er.

In ihren Argumentationen pochten die Affalterer immer wieder auf den Vertrag, was bei Bürgermeister Troll nicht so gut ankam. Er verwies nochmals auf die Gründe für die wiederholte Verzögerung. Zeitweise sah es so aus als würde der Bürgermeister gegen den Ausbau stimmen. Die Affalterer lenkten ein und sicherten sich damit die Bürgermeisterstimme. "Wir werden es so kommunizieren, dass wir dankbar sind", sagte Stadträtin Katrin Paul.

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