Kater Lui reist als blinder Passagier durch die Region

Eine Grünhainer Familie hat ihr Haustier vermisst. In Lößnitz tauchte es wieder auf. Nach Hause fand der Vierbeiner durch moderne Technik.

Lößnitz/Grünhain.

Gerne und ohne Probleme in Autos geklettert, das ist Kater Lui schon immer. Seine besondere Vorliebe wurde dem Vierbeiner aus Grünhain jetzt allerdings zum Verhängnis. Seine Besitzer, die Familie Sommer, vermuten, dass Lui mal wieder in irgendein Fahrzeug gestiegen war, als sich dessen Türen plötzlich schlossen und es mit dem kleinen Lui als blindem Passagier an Bord davonfuhr.

Am ersten Juliwochenende ist der schwarze Kater dann in Lößnitz aufgefallen. "Plötzlich gab es ein Gefauche unter den Katzen in der Nachbarschaft", berichtet Matthias Henke. Er wohnt in einer Lößnitzer Einfamilienhaussiedlung, und da ist der zehn oder elf Jahre alte Lui aufgetaucht. Zu Fuß also um die zehn Kilometer von seinem Zuhause entfernt, mit dem Auto sogar noch einige Kilometer mehr. Matthias Henke und seine Frau Beate sind Tier- und Katzenfreunde. Sie gaben dem Kater Futter und merkten: "Er war ausgehungert", sagt Beate Henke. Einmal habe er den Inhalt einer ganzen Dose verschlungen. Allerdings sah das Tier zu gepflegt aus, um ein Streuner zu sein. Ein Halsband hatte der Kater indes nicht.


Die Henkes machten sich auf die Suche nach Besitzern - vor allem im Internet. Doch niemand meldete sich. Auch weil der Kater eine Zecke hatte, gingen die Lößnitzer mit dem Vierbeiner zur Tierärztin. Die prüfte, ob der Ausreißer einen Transponder hat. Das ist ein Datenträger mit einem Chip, der unter der Haut sitzt. Und tatsächlich: Mit Hilfe einer Nummer auf dem Chip wurde die Tierärztin fündig. Denn es gibt einen Verein namens Tasso, der sich für Tiere engagiert und bei dem war Luis Nummer registriert.

Mehr als drei Wochen lang hatten Andrea Sommer aus Grünhain und ihre Familie Kater Lui schmerzlich vermisst. "Wir hatten die Nachbarschaft abgesucht und auch beim Bauhof gefragt, weil da tote Tiere entsorgt werden", sagt Andrea Sommer. Vergebens. Schließlich meldete sie den Kater bei Tasso als vermisst. Von da kam dann der Anruf mit der frohen Botschaft. Die Familien vereinbarten einen Abholtermin. Nun ist der Kater, der ursprünglich aus einem Tierheim in Österreich stammt und dessen Alter nicht ganz klar ist, wieder wohlbehalten daheim. "Es geht ihm gut", sagt Andrea Sommer.

Wie der Kater nach Lößnitz gekommen ist, darüber können die Sommers und die Henkes nur spekulieren. Möglich, dass er in den Kleintransporter einer Handwerkerfirma kletterte. Die sei zum Zeitpunkt des Verschwindens in Grünhain gesichtet worden, so Matthias Henke. Andrea Sommer wiederum appelliert an Tierhalter, ihre Schützlinge registrieren und mit einem Chip versehen zu lassen. Denn 2018 kamen rund 87.700 Tiere über Tasso zurück nach Hause.

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