Keramikerin freut sich auf Besucher

Heike Puschmann öffnet am Samstag zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks ihre Werkstatt in Alberoda. Für die Autodidaktin ist das eine Premiere.

Alberoda.

Wer die Wohnung von Heike Puschmann betritt, erkennt sofort, dass sie eine Kunstliebhaberin ist. Dass ihr Lieblingsmaterial allerdings Ton ist, das sehen Besucher nicht in jedem Fall auf den ersten Blick. Denn die Keramikerin vermag es, dem Material ganz ungewöhnliche Strukturen zu geben. Sucht man nach einer Handschrift oder nach etwas Markantem, das alle ihre Werke verbindet, dann sind es wohl am ehesten die natürlichen Farben. Darüber hinaus lassen sich Puschmanns Arbeiten in kaum eine Schublade packen. Am Samstag können sich Gäste in Alberoda selbst einen Eindruck verschaffen.

Von 10 bis 18 Uhr öffnet Heike Puschmann aus Anlass der Europä-ischen Tage des Kunsthandwerks ihre Werkstatt An den Teichen 27 im Ortsteil von Aue-Bad Schlema. Eine Premiere für sie. "Die Tage gibt es wohl in Frankreich schon seit 16 Jahren", sagt sie. Mittlerweile beteiligen sich an der eigentlich dreitägigen Veranstaltung 21 europäische Länder. Etwa 220 Teilnehmer sind es diesmal auch in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. "Das Konzept hat mich voll und ganz überzeugt. Es ist eine schöne Werbung, eine tolle Aktion und vor allem ist es für uns als Teilnehmer kostenlos", sagt Puschmann. Allerdings habe sie sich dafür entschieden, nur einen Tag dabei zu sein. Mehr sprenge den Rahmen ihrer Möglichkeiten.

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"Zu großen Teilen bin ich Autodidaktin", sagt Heike Puschmann, die sich selbst nicht als Künstlerin sieht - eher als (Kunst-)Handwerkerin. 1997 hat sie ihre Liebe zur Keramik entdeckt und sich nach und nach als Keramikerin ein zweites Standbein aufgebaut. Eigentlich ist sie Diplom-Ingenieurökonomin für Metallurgie. "Kreativ bin ich schon immer gewesen", sagt die 57-Jährige: "Ich habe gern gebastelt. Zu DDR-Zeiten, als es ja nichts gab, habe ich auch viel geschneidert." Als sie dann in einer Zeitung von Keramikkursen gelesen hatte, suchte sie sofort den Kontakt zu Künstlerin Helga Krauße. Bei ihr lernte sie die Grundlagen des Töpferns. Nicht lange und sie kaufte sich einen eigenen Ofen.

Figürliches lässt sich unter Heike Puschmanns Arbeiten ebenso finden wie Gebrauchs- und Kunstobjekte. Gern verbindet sie Ton und Holz. "Das passt gut zusammen, weil ich auf naturähnliche Farben setze." Knalliges Rot, Grün und Blau hingegen findet man bei ihr nicht. Obwohl sie seit mehr als 20 Jahren mit Ton arbeite, sei sie noch immer davon fasziniert. "Es entsteht etwas mit den Händen, zuvor ist es einfach nur ein Tonklumpen." Natürlich hat Heike Puschmann auch mal einen Kurs an der Töpferscheibe besucht, aber sie ist lieber wieder umgestiegen. "An der Scheibe wird halt alles rund. Ich liebe es mehr, selbst zu gestalten." Und so verwundert es nicht, dass selbst Truhen und Schatullen aus ihrer Werkstatt kommen.

Zu den Teilnehmern im Raum Aue-Schwarzenberg gehören zum Beispiel auch die Goldschmiede Bertram Wurlitzer in Schwarzenberg sowie Winfried Wurlitzer in Erla, in Schneeberg Holzgestalter Lars Neubert, die Filz-Design-Manufaktur Katl&Bell sowie Mode- und Textildesign Unikat P, in Lößnitz die Atelierwerkstatt "filzgewandt", die Auer Werkstube sowie Holzbildhauer Frank Salzer aus Zwönitz-Kühnhaide. www.kunsthandwerkstage.de

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