Kleintransporter verspricht neue Freiheit

Angela und Marian Seigert aus Pockau sind schwerbehindert. Damit die Familie wieder mehr am Leben teilhaben kann, wird ein größeres Fahrzeug benötigt. Die Spendenaktion "Leser helfen" will diesen Traum erfüllen.

Pockau-Lengefeld.

Ein Lautsprecher, der sich per Sprache bedienen lässt: Was sich andere aus Bequemlichkeit zulegen, ist für Angela Seigert aus Pockau eine wichtige Alltagserleichterung. Sie kann ihn nutzen, obwohl sie Beine und Arme nicht mehr bewegen kann. "Mein Sohn Marian hat ihn mir geschenkt", sagt die 52-Jährige. Seitdem ist es ihr möglich, ohne fremde Hilfe Musik zu hören. Dies brachte ihr ein Stück Unabhängigkeit zurück. Doch das größte Problem vermag die kleine Box nicht zu lösen. Ein Kleintransporter wird benötigt, mit dem die Familie auf einfache Weise mobil sein kann.

Angela Seigert ist so wie ihr Sohn schwerbehindert. Sie leidet seit fast 20 Jahren an Multipler Sklerose. Ihren Kopf kann sie bewegen, bei den Armen und Beinen sind im Zuge des Fortschreitens der Krankheit die nötigen Nervenzellen abgestorben. Marian Seigert leidet an Muskeldystrophie. Seine Muskeln haben sich teils zurückgebildet. Der 23-Jährige sitzt ebenfalls im Rollstuhl. Ihm ist es möglich, die Arme zu nutzen. Einfache Aufgaben kann er im Alltag noch selbst erledigen.

"Ich würde gern wieder zu einem Konzert gehen, zum Beispiel Volksmusik. Einfach unter Leuten sein", sagt Angela Seigert. Die Pockauerin mag außerdem die Natur, die Luft im Wald, das Rauschen von Feldern. Eben genau die Dinge, die für die meisten Menschen ganz normal und leicht erreichbar sind. Für Angela Seigert sind sie weit weg.

Ohne Ehemann Herbert wäre derzeit kaum etwas möglich. Er hebt seine Frau und seinen Sohn per Muskelkraft auf die Sitze des Familienautos, wenn es zum Beispiel zum Arzt oder zur Physiotherapie geht. Noch fühle er sich dazu einigermaßen in der Lage. "Ich werde jedoch nicht jünger", sagt der 53-Jährige. So bleibt es bei den Fahrten, die unbedingt nötig sind.

Angela Seigerts Tage sind meist gleich. Musik hören. Zeitung lesen. Mithilfe der Eltern Kreuzworträtsel lösen. Zwischendurch gibt es Essen. Auch Physiotherapie gehört zum Tagesprogramm. Dabei ist die 52-Jährige ein geselliger Mensch. Sie mag es, unter Menschen zu sein und sich zu unterhalten. Dann kann sie ihre schwere Krankheit vergessen.

Ein Kleintransporter mit Rampe werde benötigt, sagt Herbert Seigert. Dann könnten die beiden Rollstühle ohne viel Mühe hineingeschoben werden. Im Fahrzeug lassen sie sich sichern. Das kräftezehrende Umheben entfällt. Angela und Marian Seigert bleiben während der Fahrt in ihren Rollstühlen sitzen.

Bislang scheiterte ein Kauf an den Finanzen. Herbert Seigerts Einkommen, er arbeitet als Schweißer, reicht nur für das Nötigste. Größere Ausgaben seien nicht drin. Umso glücklicher ist die Familie, dass sie vom Verein "Leser helfen" der "Freien Presse" ausgewählt wurde. Wer Angela und Marian Seigert unterstützen möchte, kann für sie spenden.

www.freiepresse.de/leserhelfen

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