Knirpse richten Insektenhotel ein

Hummel, Biene und Co. finden in Zschorlau ein neues Zuhause. Wo einst eine Industriebrache stand, soll es auf einer Wiese nun mannigfaltig blühen.

Zschorlau.

Wie Insekten am liebsten wohnen, haben in dieser Woche Knirpse aus Kindergarten Zschorlau erfahren. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Westerzgebirge hatte die Mädchen und Jungen eingeladen, ein neues Domizil für dieses fliegende Getier einzurichten. Dazu trafen sich alle an der Herzogstraße in Höhe der früheren Hausnummer 7.

Denn genau da soll in einem Holzaufsteller mit mehreren viereckigen Fächern bald Gewusel und Gewabel Einzug halten. Die Wiese, auf der das Insektenhotel steht, ist schon grün. Umrahmt von einem Holzzaun und diversen Straucharten, soll es ab kommendem Frühjahr auch reichlich blühen - und das wiederum zieht Insekten an. Vormals befand sich auf dem rechteckigen Gelände inmitten der Wohnbebauung eine Industriebrache. Den Schandfleck ließ die Gemeinde Zschorlau beseitigen, nutzte zum Abriss Fördermittel der Europäischen Union, was zur Bedingungen hatte, an genau jenem Fleckchen Erde eine grüne Lunge einzurichten.


Diese soll nun mit Leben gefüllt werden. Dazu braucht es - wie Luise Eichhorn und Karolin Prott vom LPV erläuterten - ganz verschiedene Materialien. Tot- und Hartholz mit gebohrten Löchern zum Beispiel. Und Bambusröhrchen in verschiedenen Größen, in denen sich die Insekten verkriechen können oder Wildbienen Honig lagern. Sogar leere Schneckenhäuser dienen dem Kleingetier als Unterschlupf. Da gibt es ganz verschiedene Vorlieben.

Apropos Wildbiene: Wie wertvoll dieses Tierchen für Flora und Fauna ist, wussten viele der Knirpse schon auf dem Effeff. An der neuen Blumenwiese erfuhren sie zudem Wissenswertes über Käfer, Hummeln, Wespen und andere Insekten. Und wie man Grünflächen auf eine Weise bewirtschaftet, dass die Natur keinen Schaden nimmt. Mäh-Roboter zum Beispiel sind laut Eichhorn kontraproduktiv. Auch zu saubere Gärten und Wege bieten Insekten keinen Platz. Das wiederum wirkt sich in der Nahrungskette auf die Vogelwelt auf, da es die gefiederten Gesellen dann immer schwerer haben, sich und ihren Nachwuchs zu versorgen,

Damit das an der Herzogstraße nicht passiert, wird die Wiese nur zweimal pro Jahr schonend gemäht. "Dann kann sich alles besser entwickeln", sagt Matthias Scheffler vom LPV, der sich wie seine beiden Kolleginnen über den Elan der Zschorlauer Kinder freute. Nur zu gern halfen sie bei der Ausstattung des Insektenhotels und gehören sicher zu den ersten Neugierigen, die kommendes Frühjahr nachsehen, wer vielleicht schon eingezogen ist.

Diese Form der Natur- und Umweltschutzbildung betreibt der LPV inzwischen vielerorts, insbesondere in Kitas und Schulen. "Wir haben das Gefühl, es kommt gut an", sagt Scheffler. Das sei wichtig, um schon junge Menschen für die Bedürfnisse der Natur zu sensibilisieren.

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