Kontroverse um neues Wohngebiet in Zwönitz

Die Stadt will an der Stollberger Straße Grundstücke für Häuslebauer ausweisen. Doch nicht alle Stadträte stimmen zu.

Zwönitz.

In der Bergstadt Zwönitz soll ein neues Baugebiet entstehen. Dieses Thema führte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates zu einer längeren Diskussion, denn nicht alle sind für die Umnutzung der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Stollberger Straße in Niederzwönitz.

Hintergrund des Planes, ein neues Baugebiet zu entwickeln, ist ein Vorhaben des Zweckverbandes Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW). "Für die Stollberger Straße soll 2020 der Anschluss an das öffentliche Abwassernetz realisiert werden", sagte Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU). Dafür würden derzeit die Planungen beginnen.

Um die Erschließung wirtschaftlich besser zu gestalten und um stark nachgefragte Baugrundstücken bereitzustellen, sei eine Ausweisung von Bauland auf der derzeit unbebauten Seite der Stollberger Straße sinnvoll, argumentierte der Bürgermeister. Bislang wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Mit den beiden Eigentümern und der Agrargenossenschaft habe die Stadtverwaltung bereits gesprochen. Dabei sei eine grundsätzliche Einigkeit über den Ankauf zur Erschließung durch die Stadt erzielt worden. Rund 10.000 Quadratmeter umfasst das Areal. Damit besteht die Möglichkeit der Anwendung eines vereinfachten Verfahrens für den Bebauungsplan ohne aufwändige und langwierige Umweltprüfung.

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Heike Oelschlägel konnte sich nicht für das Projekt begeistern: "Wir versiegeln immer mehr Fläche. Um dem Klimawandel entgegen zu steuern, sollten wir an anderer Stelle die doppelte Fläche entsiegeln." Und FWG-Fraktionschef Frank Salzer wünscht sich, dass der Baumbestand an dieser Straßenseite erhalten bliebe. Und auch die Frage kam auf, ob an dieser Stelle nicht eher ein Regenwasser-Rückhaltebecken sinnvoll sei. Da hakte Bürgermeister Triebert ein: "Für ein Becken, dass den Anforderungen für eine Förderung entspricht, fehlt in Zwönitz der Platz." Jahrelang habe die Bergstadt versucht, am Ortsausgang von Niederzwönitz in Richtung Dorfchemnitz ein entsprechendes RegenwasserRückhaltebecken zu bauen. "Doch die Anforderungen an den Umweltschutz haben die Planungen so lange verzögert, bis es neue Vorgaben für den Hochwasserschutz gab", erklärte der Stadtchef. Damit hätte es für das Projekt keine Fördergelder mehr gegeben, und das nötige Becken konnte die Bergstadt nicht aus eigener Kraft bauen.

Zustimmung für das Baugebiet gab es seitens der CDU von Tim Schneider: "Unsere Stadt ist auf solche Flächen angewiesen, um junge Familien zu halten." Und Bürgermeister Triebert meinte zu der Kontroverse im Stadtrat: "Es gibt immer Interessenskonflikte, aber auch gute Argumente für das Projekt." Dem schloss sich die Mehrheit der Zwönitzer Stadträte an und stimmte für die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Es gab zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen.

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