Kreis soll kräftig investieren

Die Gewerkschaft sorgt sich um die Beschäftigten des Bauhauptgewerbes. 4900 Arbeitsplätze hängen von zukunftsweisenden Entscheidungen ab.

Erzgebirge.

Vom neuen Radweg bis zum sanierten Schuldach: Trotz sinkender Steuereinnahmen aufgrund der Corona-Pandemie sollte auch der Erzgebirgskreis wichtige Zukunftsinvestitionen nicht hinauszögern. Dazu hat jetzt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik aufgerufen. Anfang Dezember soll der Kreistag über den Doppelhaushalt 2021/2022 des Erzgebirgskreises entscheiden. In den Ausschüssen des Gremiums wurde über konkrete Vorhaben bereits debattiert.

Wie eine Abfrage der Gewerkschaft bei den Statistikämtern der Länder ergeben habe, investierte der Erzgebirgskreis im Vorjahr 119,2 Millionen Euro in die öffentliche Infrastruktur - das sind 355 Euro pro Kopf. "Dieses Level muss mit Blick auf den jahrelangen Investitionsstau gehalten werden, auch wenn die Kämmerer aktuell auf jeden Euro schauen müssen. Ein Sparen an der Infrastruktur wäre ein Sparen am falschen Ende", sagt Andreas Herrmann, Bezirksvorsitzender der IG Bau Südwestsachsen.

Wie der Beigeordnete Andreas Stark bereits zu Beginn der Gespräche für den Doppeletat gegenüber "Freie Presse" erläuterte, liege der Investitionsbedarf in den kommenden Jahren weniger in einem einzelnen Gebäude beziehungsweise einem Einzelprojekt, als vielmehr beim Breitbandausbau sowie der Digitalisierung an den Schulen in Landkreisträgerschaft. "Für die Versorgung mit technischer Informations- und Telekommunikationsinfrastruktur sind 2021 Aufwendungen in Höhe von insgesamt 21,5 Millionen Euro und im Jahr 2022 sogar knapp 190 Millionen Euro geplant", so Andreas Stark. Zudem sollen im Rahmen der Umsetzung des Digitalpaktes Schule in den kommenden beiden Jahren rund 8,5 Millionen Euro investiert werden. Dabei geht es vor allem um die flächendeckende W-Lan-Etablierung an den Schulen in kreislicher Trägerschaft.

Der Appell von Gewerkschafter Andreas Herrmann hat auch einen anderen Grund: "Kommunale Investitionen sichern viele Arbeitsplätze vor Ort - ob beim Dachdeckermeister oder im Architekturbüro." Allein das Bauhauptgewerbe beschäftigt laut Herrmann im Erzgebirgskreis rund 4900 Menschen.

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