Kreisverkehr für Stadt keine runde Sache

Nicht immer scheint ein Kreisel das alleinige Heilmittel zu sein. Die Räte von Lauter-Bernsbach empfehlen für den weiteren Ausbau der B101 an einem wichtigen Knoten eine andere Lösung.

Lauter-Bernsbach.

Es ist die Abkürzung durch die Stadt, und ihre Tage sind gezählt. Soviel steht fest. Wie aber die Verkehrsführung auf der B101 im Bereich der Schwarzenberger Straße in Lauter endgültig aussehen wird, ist offen. Die Stadträte indes haben dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) jetzt ihre Empfehlung übermittelt. Und diese verzichtet auf einen Kreisverkehr, der sonst meist hoch im Kurs steht, wenn es darum geht, viel befahrene Strecken entlastend auszubauen.

Das Lasuv baut die B101 aus, weil eine vor Jahren diskutierte Ortsumgehung scheiterte. Der Ausbau im Bestand ist der Weg - und er beginnt von Aue aus am Ortseingang an der Schwibbogen-Kreuzung, die einen Kreisverkehr erhält. Mehr Spuren als bisher sollen in der Ortsmitte an der vierarmigen Kreuzung entstehen. Schritt 3 - und laut Schätzung von Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) keinesfalls vor 2025 spruchreif - knöpft sich den besagten Bereich am Ortsausgang gen Neuwelt vor. Da mündet beim Autohaus Richter auf die B101 die Schwarzenberger Straße. Letztere nutzen viele Autofahrer als Abkürzung, weil sie über die Alte Auer Straße direkt zur Schwibbogen-Kreuzung führt. "Sie soll im Zuge des Ausbaus abgehängt, mit Pollern gesperrt werden", sagt Kunzmann. Diese Maßnahme sehen alle vom Lasuv vorgeschlagenen Varianten im Zuge der nun vorliegenden Voruntersuchung einhellig vor - sowohl die mit als auch jene ohne Kreisverkehr.

Variante 1 plant einen Kreisverkehr mit neuer Straße Richtung Hauptstraße. Der Knoten würde 75 Meter gen Schwarzenberg verschoben. In Variante 2 ist eine Linksabbiegespur Richtung Hauptstraße vorgesehen. Variante 3 spielt mit einem Kreisverkehr an der jetzigen Einmündung, wurde aber verworfen, da zu viele Eingriffe in Bebauung und Topografie nötig würden. Bleiben 1 und 2 - aus Sicht der Bürgervertreter ergibt Variante 2 mit im Schnitt 70 Sekunden Wartezeit Sinn, wobei sich das Lasuv aufgrund der Wartezeit von nur 20 Sekunden für den Kreisverkehr ausspreche. Weiterhin will die Behörde im Bereich der Einmündung auf die Hauptstraße auf eine Linksabbiegespur verzichten. Diese Ansicht teilt die Kommune, bleibt aber mit Blick auf den Kreisverkehr skeptisch. Dieser habe einen großen Flächenbedarf. Die Fahrbahn würde mehrere Meter nach Norden verrückt. Ein großes Problem wäre aus Sicht der Verwaltung die Anbindung des Feld- und Waldwegs An der Griese, der von Landwirten genutzt wird. "Auch die Zufahrt zu Autohaus und einigen Wohnhäusern gestaltet sich mit Kreisverkehr schwierig", so Kunzmann.

Das würde bei Variante 2 ohne Kreisverkehr vermutlich besser lösbar sein. Bedenken müsste man aber, dass Fahrzeuge aus Richtung Lauter kommend, die in den Weg "An der Griese" abbiegen wollen, eine Runde über Neuwelt drehen müssten - denn möglich ist das nur als Rechtsabbiegevorgang. Daher empfiehlt die Stadt, an der B101 eine Wendemöglichkeit zu schaffen.

Preislich unterscheiden sich die Varianten wenig: Mit Kreisverkehr stehen 876.000 Euro zu Buche, ohne 786.000 Euro. Jeweils etwa 200.000 Euro davon entfielen auf die Stadt, die für Variante 2 ohne Kreisverkehr mit Einbindung des Wegs "An der Griese" und Schaffung einer Wendemöglichkeit im Bereich der abgehängten Schwarzenberger Straße plädierte. Kunzmann: "Das letzte Wort hat aber das Lasuv."

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