Krönung des Kräutertags: Die neue Marmeladenkönigin

Gesundes aus der Natur stand zum Kräutertag am Samstag in Schönheide im Mittelpunkt. Altes Wissen, das neu belebt wird.

Schönheide.

In der Natur von Erzgebirge und Vogtland gibt es zahlreiche gesunde Delikatessen, die buchstäblich am Wegesrand wachsen. Wildkräuter haben beim 10. Kräutertag, der am Samstag auf dem Gelände des Hotels "Forstmeister" in Schönheide stattfand, eine wesentliche Rolle gespielt.

Aber auch Genusshandwerk, wie das Backen im Holzbackofen oder die Herstellung von Käse, wurden demonstriert. Was Kräuter angeht, da kennt sich Dr. Dirk Holterman von der Gundermann-Akademie bestens aus. Zurück zu einer natürlichen Ernährungsgrundlage, das sei das Ziel, so der "Vater der Kräuterpädagogik". Man dürfe sich dabei von Bitterstoffen nicht schrecken lassen. Holterman sagt: "Wir nutzen das Beste von der Wiese und bringen es in die Ernährung ein." Im Erzgebirge hatten Kräuter frühen einen hohen Stellenwert. Das Ganze sei im Laufe der Jahre etwas verloren gegangen. Was übrig geblieben ist und was jeder kennt, sind Kräuterliköre. "Alle Pflanzen, von denen wir wissen, dass sie gute Eigenschaften haben, kommen dort rein", sagt Holterman. Das Interesse an den Wildkräutern wachse jedoch wieder. Einige der Kräuterpädagogen, die an der Gundermann-Akademie ausgebildet wurden, haben zum Kräutertag echte Leckereien gezaubert. Unter anderem wurden Brennnessel-Blätter gebacken. Dazu wird aus Mehl, Wasser und Salz ein Teig hergestellt, damit werden die Blätter umhüllt und in Rapsöl ausgebacken. Birgit Weiß aus Schwarzenberg ist Kräuterpädagogin und erklärt zum verwendeten Salz: "Es ist eine Mischung aus abgestimmten Wildkräutern, die mit Meersalz vermischt ein universelles Kräutersalz ergeben. Wenn man frische Kräuter verwendet, ergibt sich die tolle grüne Farbe."

Die Krönung des Kräutertags war eine Krönung: Am Marmeladen-Wettbewerb haben sich 63 Hobby-Marmeladen-Köche beteiligt. Bis in die Endrunde haben es die besten zehn geschafft und die standen am Samstag im Finale. Dabei hat sich Gertraude Steinert durchgesetzt. Die 77-Jährige aus Uhlsdorf, das zu Limbach-Oberfrohna gehört, hat quasi eine Start-Ziel-Sieg hingelegt: "Es ist das erste Mal, dass ich mich beteiligt habe. Dass meine Marmelade gewinnt, hätte ich nie gedacht." Die von ihr verwendeten Früchte stammen aus dem eigenen Garten. Marmelade wird immer dann gekocht, wenn Früchte anfallen, sagt die neue Hoheit: "In diesem Jahr sind es schon 40 Gläser, die im Keller stehen." Ob Erdbeere, Pfirsich, Rhabarber oder eben Schwarze Johannisbeere. Zum Frühstück greife sie täglich zur süßen Versuchung. Gertraude Steinert und ihr Mann essen sehr gern Natur-Joghurt und rühren etwas Marmelade unter.

Ines May, die 24. Thüringer Olitätenmajestät 2015, saß mit in der Jury. Ihr Titel besagt, dass sie sich mit wohlriechenden Ölen, Essenzen und Salben bestens auskennt. Sie sagt: "Es ist mir nicht leicht gefallen, eine Entscheidung zu treffen. Keine der Marmeladen war einfach nur süß. Es ist aber Geschmacksache. Die Johannisbeere bringt von Natur aus ein gutes Aroma mit." Annett Grohe gehörte ebenfalls zur Jury. Sie sagte: "Worauf es ankam, waren Geschmack, Aussehen und Konsistenz."


Rezepturen

Süßes:

So richtig raus mit der Sprache, was denn in der "königlichen" Johannisbeer-Marmelade von Gertraude Steinert steckt, kam die neue Hoheit nicht. Aber sie verrät zumindest: "Ich verwende 1,5 Kilogramm Früchte und wähle im Verhältnis 3:1 Zucker. Dazu

eine Portion Liebe und jahrzehntelange Erfahrung ..." - das Ganze kurz aufkochen und abfüllen. Würziges

Für das selbst hergestellte Kräutersalz dient Meersalz als Grundstoff.

Dann wird eine Mischung aus abgestimmten Wildkräutern mit Meerrettich, Estragon, Brennnessel und Giersch mit Mörser und Stößel fein zerrieben und untergemischt. (wend)

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