Kunstwerke aus Holz sollen auch junge Gäste begeistern

Die Schnitzgruppe Lauter gibt es erst seit 2009. Geschaffen haben die Männer in kurzer Zeit schon eine Menge - und vernetzen sich. Davon zeugt ab Mittwoch ihre Ausstellung.

Lauter-Bernsbach.

Zehn Jahre sind nicht viel für einen Schnitzverein, schon gar nicht im Erzgebirge. Da reicht die Tradition der Kunst mit Stemmeisen, Klüpfel und Messer oft Jahrzehnte weit zurück. In Lauter lebt die alte Handarbeit seit 2009 frisch auf. Die erste "runde Zahl" ist Anlass für eine Ausstellung.

"Wir wollen zeigen, was wir in der Zeit erreicht haben. Und zu sehen sind auch Werke, die einige von uns früher schufen", sagt André Wappler, Kopf der Schnitzgruppe unterm Dach des örtlichen Erzgebirgszweigvereins. Unter elf Mitstreitern beträgt das Durchschnittsalter rund 60 Jahre - junge Leute sind gern gesehen. "Wie unser Jüngster. Er ist 13 und total motiviert", sagt Wappler. Doch das sei die Ausnahme. Häufiger stoßen ehemalige Schnitzer oder Rentner hinzu. Edgar Weiß etwa griff 2009 als 69-Jähriger zu Holz und Schnitzmesser. "Er fing bei Null an. Inzwischen macht er sich prima", erzählt Wappler.

Die Wurzeln des Schnitzens in Lauter gehen auf die 1980er-Jahre zurück, als in Regie des Kulturbunds vor allem Kindern diese Volkskunsttechnik vermittelt wurde. Nach der Wende zerschlug sich alles. Das Schnitzen wieder aktiv zu pflegen, regte laut Thomas Bußler Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) an, der Holzbildhauer von Beruf ist. "Er bat die Stadträte, diese Idee an die Leute zu bringen." Am Ende fand sich eine kleine Gruppe, die im April 2009 zum ersten Schnitzabend in der Schule zusammenkam - und bis heute in kurzer Zeit viel auf die Beine gestellt hat. Aufs Konto der Gruppe gehen der riesige Totempfahl im Indianpoint, ab 2011 das Schauschnitzen zu diversen Anlässen und 2012 die Mitarbeit an der Ortspyramide Lauter, die sich in Obhut der Schnitzer befindet - samt Auf- und Abbau mit dem Bauhof. Museumsnacht, Schnitzertreffen, Ausfahrten und mehr füllen den Terminkalender zusätzlich. "Zu tun haben wir gut", so Wappler.

Die Späne fliegen immer dienstags und donnerstags ab 17 Uhr in der Heimatstube. Und das gemeinsam mit den Spankorbflechtern, die eine bereits viel seltenere Kunst pflegen. "Das ist wichtig, sonst geht dieses Wissen irgendwann verloren", sagt Wappler. Mit Blick auf die Ausstellung geht es am Montag in die heiße Phase. Immerhin wollen im neuen Rathaus 250 bis 300 Werke positioniert werden. Darunter Lauterer Holz-, Spankorb- und Klöppelarbeiten mehrerer Epochen sowie Exponate der Schnitzer aus Bernsbach. "So haben alle etwas von der Plattform, was vielleicht auch junge Gäste begeistert." Als Bonus zur Ausstellung wird angekündigt: Frauen des EZV Lauter planen stundenweise ein Schauklöppeln. Zudem runden zwei Blickfänge die Premierenschau ab: ein Modell vom Kiosk Lumpig-Glöckl, der bis in die 70er-Jahre am Ortseingang aus Richtung Aue stand, und ein Miniatur-Nachbau der überdachten Landmann-Brücke nahe der ehemaligen Papierfabrik Bernsbach.

Die Ausstellung anlässlich des Jubiläums "10 Jahre Schnitzgruppe Lauter" ist vom 13. bis 17. März im neuen Rathaus Lauter Bernsbach zu sehen. Geöffnet ist Mittwoch bis Freitag von 14 bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr.

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