Landrat verteidigt Struktur der Erzgebirgskreises

Frank Vogel reagiert auf Kritik von Bürgermeister: Kommunen könnten vielfältige Aufgaben nicht allein bewältigen

Aue/Schwarzenberg.

Die Forderung des Augustusburger Bürgermeisters Dirk Neubauer (SPD), die Landkreise abzuschaffen, um Kommunen in ihrer Handlungsfreiheit für die Bürger zu stärken, hat Kritik von Landrat Frank Vogel (CDU) hervorgerufen. Im Betriebsausschuss des neuen Kreistages sagte er zu Wochenbeginn: "Na dann, liebe Bürgermeister, viel Spaß. Organisieren sie mal den Öffentlichen Personennahverkehr, die Kultur, die Bildung, das Schulwesen, den Straßenbau ... für eine Region allein." Er könne noch hundert weitere Aufgaben aufzählen, die eine Landkreisverwaltung im Dienste der Kommunen erledigt. "Populismus bringt gar nichts", sagte er und forderte eine inhaltliche Diskussion der Probleme.

Der Landrat hatte das Thema angeschnitten, weil Ausschussmitglieder - drei Viertel davon neu - erstaunt waren, welche Angebote allein im Bereich des Kulturbetriebs und des Kulturellen Bildungsbetriebs vorgehalten werden. "Diese Fülle ist beeindruckend", so Kreisrat Knut Schreiter (CDU/FDP-Fraktion). Für beide Eigenbetriebe des Kreises standen in der Sitzung der Jahresabschluss 2018 zur Beschlussfassung sowie ein Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2019 an. Danach liegen beide finanziell gesehen zwar weitestgehend im Plan, haben aber mit einigen Problemen zu kämpfen. Da zum Kulturbetrieb mehrere Immobilien, wie etwa Schloss Schwarzenberg, zählen, schlagen bei Sanierungsarbeiten steigende Baupreise zu Buche. Der Kulturelle Bildungsbetrieb wiederum, zu dem Volkshochschule, Kreismusikschule und das Kinder- und Jugendtheater Burattino gehören, kämpft unter anderem mit Personalengpässen. (alu)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...