Landwirte reden Klartext

Geruhsam war das Frühstück für den sächsischen Minister mit Bauern der Region nicht. Viele Probleme kamen auf den Tisch.

Lauter-Bernsbach.

Produktion und Verkauf sind in der Landwirtschaft komplett voneinander entkoppelt. Das kritisierte der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt beim Landwirtefrühstück am gestrigen Donnerstag in Lauter. Der CDU-Politiker, der auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß und Landtagskandidat Falk Haude im Erzgebirge zu Gast war, meinte damit, dass sich Ernteausfälle nicht in den Supermarktregalen zeigen. Vielmehr sei es so, dass man einfach auf Produkte aus anderen europäischen Ländern zurückgreift. Was den Verbraucher freut, wird für Unternehmen zum Problem. "Denn dadurch geht auch die Wertschätzung für die Landwirtschaft verloren", findet Schmidt.

Während der Diskussion ging es einmal quer durchs Gemüsebeet. Neue Fördermöglichkeiten waren ebenso Thema wie der Großbrand in einem Zuchtbetrieb in Schlettau. Einer der anwesenden Bauern kritisierte heftig die Klage der Tierrechtsorganisation Peta gegen den betroffenen Landwirt.


Ein weiteres Thema war das Freihandelsabkommen und die Folgen für die Landwirtschaft. Matthias Schreier aus Waschleithe befürchtet, dass einer der größten Fleischproduzenten, Argentinien, jetzt in Deutschland groß einsteigt. "Wir schädigen damit immer unsere eigene Landwirtschaft", so Schreier. Gleicher Meinung ist Thomas Dorroch von der Zwönitzer Agrargenossenschaft: "Ich bin auch gegen das Freihandelsabkommen." Einigkeit bestand auch darüber, dass noch mehr Höfe im Erzgebirge sterben werden, wenn sich keine neuen Möglichkeiten der Förderung finden. Fragen gab es viele, konkrete Antworten nur wenige. (klin)

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