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Langes Engagement für den Brandschutz

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Wolfgang Roucka trat 1960 der Freiwilligen Feuerwehr Bockau bei. Noch heute fühlt er sich bei den Blauröcken in seinem Heimatort pudelwohl - der Zusammenhalt verbinde Generationen.

Bockau.

60 Jahre im Ehrenamt: Dieses hohe Dienstalter feiert Wolfgang Roucka von der Freiwilligen Feuerwehr Bockau in diesen Tagen. Seine Ehefrau Annelies macht ebenfalls einen "Runden" voll. Seit 50 Jahren gehört sie zur Helferschar. Dritte im Bunde der Jubilare ist die Schwägerin der Rouckas. Auch Maritta Schmidt ist seit einem halben Jahrhundert bei den Blauröcken im Laborantendorf aktiv.

"Wir sind auf unsere Alten- und Ehrenabteilung sehr stolz", sagt Wehrleiter Martin Wollny. Denn die Kollegen bringen einen großen Erfahrungsschatz mit und erweisen sich - auch wenn sie aktiv nicht mehr ausrücken - als wichtiger Rückhalt. "Zum Beispiel im Depot, wo sie während eines Einsatzes zuarbeiten und verschiedene Dinge vorbereiten", so Wollny.

Seine 60 Jahre bei der Feuerwehr machte Wolfgang Roucka schon voriges Jahr voll. Wegen Corona verschob sich die Feier. "Eingetreten bin ich am 1. Januar 1960", weiß der rüstige 78-Jährige noch genau. Er war dem Ruf seiner Schulkollegen gefolgt. "Bereut habe ich das nie", beteuert der Vater zweier erwachsener Töchter und erinnert sich an die erste Übung gut: "Die absolvierten wir auf dem Gelände der Bockauer Likörfabrik." Der erste Ernstfall? "Da brannte das Haus neben dem heutigen Gemeindeamt."

Ganz neue Aufgaben und zum Teil Einsätze mit teils tragischen Ereignissen folgten nach der Wende. Seitdem rücken die Helfer auch zu Verkehrsunfällen aus. An einen Fall erinnert sich Roucka sofort: Der Motorblock eines verunglückten Wagens hatte sich durch die Wucht des Aufpralls in den Passagierraum geschoben. Der eingeklemmte Fahrer verlor viel Blut und musste freigeschnitten werden. "Ich redete minutenlang auf ihn ein, dass er durchhalten soll - und er hat es geschafft", schildert der Feuerwehrmann. Seine traurigste Stunde im Dienst erlebte er im September 1997. Da rückten die Bockauer Kameraden zu einem kleinen Brand in die ehemalige Papierfabrik aus. Während des Einsatzes erlitt ihr Wehrleiter Wolfgang Ullmann im Alter von nur 59 Jahren einen Herzinfarkt und starb. "Ich habe seiner Familie die schlimme Nachricht überbracht. Das steckte uns allen lange in den Knochen", sagt Roucka und muss sich kurz sammeln. "Er war für uns alle ein sehr guter Freund."

19 Jahre lang war der Bockauer stellvertretender Wehrleiter. Viele Stunden opferte der 78-Jährige für den Dienst in der Feuerwehr. "Der war bei uns Familiensache und deshalb ist es auch nicht schlimm gewesen, wenn es mal länger ging." Auch gefeiert wurde gern. "Das gehört dazu", sagt der gelernte Graveur, der 30 Jahre bei den Besteckwerken in Aue und bis zum Renteneintritt 2007 noch elf Jahre als Friedhofsmitarbeiter in Bockau tätig war.

Die Feuerwehr ist eine Konstante in seinem Leben. "Der Zusammenhalt ist einzigartig", betont er. Das sei gestern so gewesen und wäre auch heute noch so. "Die Frauen zum Beispiel kontrollierten zu DDR-Zeiten bei der Brandverhütungsschau Wohnungen nach Gefahrenstellen. Eine sehr wichtige Aufgabe damals", sagt Andreas Schmidt, stellvertretender Wehrleiter in Bockau, in der aktuell 39 Kameraden aktiven Dienst leisten. Alle hoffen, dass die Pandemie bald Geschichte ist. "Damit wir unsere verdienten Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung auch wieder mehr und ohne Risiko in die Abläufe einbinden können", so Wollny.

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