Leben von Mutter und Kind gerettet

Eine Komplikation in der Schwangerschaft macht einen Notkaiserschnitt nötig. An die Rettung wird am Sonntag in Aue gedacht.

Aue/Lugau.

Wenn die kleine Ella Toni lacht, muss man einfach mitlächeln. Das sieben Monate alte Mädchen ist ein kleiner Sonnenschein. Wer sie sieht, kann kaum glauben, dass ihr Leben und das ihrer Mutter am 10. April am seidenen Faden hing. "Dieser Tag ist jetzt unser beider Geburtstag", sagt Kati Junghans.

So dramatisch die Schwangerschaft endete, so entspannt begann sie. "Ella Toni ist ein absolutes Wunschkind. Mein Mann Sven und ich haben uns auf sie gefreut", sagt Kati Junghans. Deshalb genoss sie die Schwangerschaft. "Ich hatte anfangs keinerlei Beschwerden. Alles war wunderbar."

Bis zum 8. April: "Ich bin 3.30 Uhr nachts mit starken Schmerzen im Oberbauch aufgewacht." Nachdem die Beschwerden nicht weggingen, entschlossen sich die Lugauerin und ihr Mann, in das Helios Klinikum nach Aue zu fahren, denn dort ist auch ihre Hebamme tätig. Sie blieb in der Klinik für umfangreiche Untersuchungen. "Die Nacht zum 10. April schlief ich schlecht. Am Morgen wurde mir gesagt, dass man das Baby holen müsse", erinnert sich Kati Junghans. Ihr wurde erklärt, dass sie unter dem seltenem Hellp-Syndrom leide, der schwersten Form der sogenannten Schwangerschaftsvergiftung. Da ihr Leben und das ihres Kindes auf dem Spiel standen, musste ein Notkaiserschnitt eingeleitet werden. Da befand sich die Erzgebirgerin erst in der 32. Schwangerschaftswoche; 40 wären normal.

Deshalb musste die kleine Ella Toni, die 1660 Gramm leicht war, erst einmal auf die Frühchen-Intensivstation. "Mein Mann durfte sie zuerst sehen. Für mich war das Wichtigste, dass sie gesund ist." Nach der Entbindung durfte ihr Mann mit im Familienzimmer wohnen und verbrachte mit seinem Kind viel Zeit. "Als sie das erste Mal meine Hand festhielt, das werde ich nie vergessen", sagt Sven Junghans.

Die jungen Eltern sind in den darauffolgenden Wochen täglich auf der Frühchenstation in Aue. Während ein Elternteil mit Ella Toni kuschelt, liest der andere aus einem Kinderbuch vor. "Besonders schwer fiel uns jeden Abend der Abschied", sagt die Mutter. Doch nach sechs Wochen war es dann endlich soweit. Ella Toni durfte die Frühchen-Station verlassen. Dort werden jedes Jahr etwa 60 bis 70 Babys betreut. "Etwa zehn Prozent der Kinder sind Frühchen", erklärt die leitende Oberärztin der Neonatologie am Helios-Klinikum, Kirsten Praedicow. Vor allem Infektionskrankheiten sind die Ursache dafür, dass Schwangerschaften früher als geplant enden.

Am Sonntag will Familie Junghans noch einmal nach Aue zurückkehren. "Wir wollen uns bei den Teams der Geburtshilfe und der Frühchenstation bedanken. Ohne sie wären weder mein Kind noch ich am Leben", sagt Kati Junghans.

Im Helios-Klinikum in Aue werden anlässlich des Internationalen Frühchentags am Sonntag Luftballons mit guten Wünschen gen Himmel steigen. Treff ist 14 Uhr in der Caféteria des Auer Klinikums.

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