Lehrermangel an Schulen bleibt für Eltern größtes Problem

Fehlstunden, weniger Sportunterricht und die Qual bei der Berufswahl: Der Kreiselternrat hat in seiner ersten Sitzung in Aue viele aktuelle Themen diskutiert. Bereits die Einladung war aber eine echte Herausforderung.

Aue/Schwarzenberg.

Der Kreiselternrat im Erzgebirgskreis will wieder Fahrt aufnehmen. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende, Andreas Rucks, bei der ersten Sitzung im Altkreis Aue-Schwarzenberg nach der Neuwahl des Kreiselternrates im November. Bei der Abstimmung waren von 160 Schulen des Erzgebirgskreises aber nur 32 Elternvertreter gekommen. Beim Treffen in Aue war der Zuspruch deutlich besser. Ein Überblick der Themen.

Datenschutz: Als Grund, warum sich die Elternvertreter erst jetzt im zweiten Schulhalbjahr treffen konnten, nannte Rucks ihre fehlenden Adressen, um die Einladung zu verschicken. "Entweder waren die Daten veraltet oder die Namen wurden nicht weitergegeben", erklärte Rucks, der für die Schulelternsprecher des Altkreises zuständig ist. Wegen des Datenschutzes müssten sogar die Schulen ein spezielles Formular für die Elternvertreter verwenden.

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Berufsberatung: Ein Vertreter des Landesamtes für Schule und Bildung erklärte bei dem Treffen die Bedeutung der Berufsberatung für die Schüler. "Es geht darum, dass sie mit der richtigen Berufswahl ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen können", erklärte Oliver Damm. Es gebe 340 Berufe und 18.000 Studiengänge, deshalb sei eine gute Beratung wichtig. Denn jeder solle entsprechend seinen Stärken seinen Beruf finden.

Damm ermutigte die Elternvertreter die verschiedenen Angebote der Berufsberatung in den Schulen einzufordern. Denn wie sie abläuft, hänge an den Akteuren. "Zudem sind die Eltern gefragt. Sie sind die wichtigsten Beratungspartner der Kinder", sagte Damm.

Mitwirkung: Über die Möglichkeiten der Mitwirkung von Eltern in der Schule informierte Lisa Kirsten. Die Gornsdorferin stellte die Angebote der Fortbildung für Elternvertreter vor. Zudem bot sie an, in Schulen darüber kostenfrei zu informieren, damit die Eltern besser wüssten, welches Mitspracherecht sie hätten.

Sportangebot: Über das Problem, dass ab dem neuen Schuljahr eine Sportstunde gestrichen wird, berichtete der Geschäftsführer des Erzgebirgssportbundes, Daniel Schneider. "Wir haben versucht, gegen diesen Plan eine Petition einzureichen, hatten allerdings nicht genügend Unterschriften", erklärte er. Deshalb hofft Schneider, dass der fehlende Sport im Unterricht die Schüler zumindest als Ganztagesangebot am Nachmittag erreicht. "Wir stehen für die Schulen als Vermittler mit den örtlichen Vereinen zur Verfügung", so Schneider. Eine Herausforderung sei allerdings, dass diese Angebote am frühen Nachmittag zwischen 13 und 15 Uhr beginnen würden. "Da wäre es wünschenswert, wenn die Arbeitgeber die Übungsleiter freistellen könnten", erklärte der Geschäftsführer. Zudem will der Kreissportbund auch in den Ferien an den Schulen ein Sportangebot unterbreiten. "Für die Osterferien planen wir Pilotprojekte in Aue, Stollberg und Olbernhau."

Lehrermangel: Die Fehlstunden durch zu wenig Lehrer waren das Thema, das von den Elternvertretern am stärksten diskutiert wurde. "In unserer Grundschule stehen für vier Klassen nur noch zwei Lehrer zur Verfügung", sagte eine Mutter. Und ein Elternsprecher aus Aue-Bad Schlema meinte: "Es gibt viele Krankmeldungen. Nach der siebenten Stundenplanänderung im Schuljahr habe ich aufgehört zu zählen." Der Auer wünschte sich, dass die Eltern mit dem Kreiselternrat mehr Druck aufbauen, denn in den kommenden Jahren würde sich die Lage dadurch, dass viele Lehrer in Rente gehen, noch verschärfen.

Vernetzung: Andreas Rucks und der Vorsitzende des Kreiselternrates, Ricky Auerswald, plädieren für eine verstärkte Vernetzung der Eltern im Erzgebirge. So könnte der Kreiselternrat helfen, etwa bei Initiativen wie dem Schülerticket.

www.ker-erz.de

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