Liberales Waldfest hilft dem Wald in Zwönitz

Mitglieder des FDP-Kreisverbands haben am Samstag 300 Bäume im Niederzwönitzer Wald gepflanzt. Der Eigentümer Christian Arnold freut sich über die Aktion. Doch es waren Kompromisse nötig.

Zwönitz.

Im Grunde hat das 9. Liberale Waldfest einen Monat zu früh stattgefunden, denn für die damit verbundene Baumpflanzaktion wäre ein Zeitpunkt Ende September besser gewesen. Waldeigentümer Christian Arnold freute sich trotzdem, dass die FDP ihr Fest vierzehn Tage vor der Landtagswahl in seinem Wald nahe der einstigen Stollberger Bahnstrecke in Niederzwönitz gefeiert hat. Rund 300 junge Bäume haben die etwa 30 Besucher gepflanzt. Laut Ulrike Harzer, der Vorsitzenden des FDP-Kreisverbands Erzgebirge, wurden 1500 Euro für die Pflanzen investiert.

Douglasie und Lärche, aber auch Eiche, Weißtanne, Bergulme, Linde und Traubenkirsche wurden in die Erde gebracht. Mit der Pflanzaktion soll der Waldumbau vorangetrieben werden. Für Christian Arnold, der auch Vorstandsmitglied der sächsischen Landesgruppe der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft ist, ein wichtiges Anliegen. Trotzdem hätte er lieber nur Weißtannen gesetzt. "Einen natürlich strukturierten Mischwald kann man nicht von Null auf eine Fläche bringen. Das ist eine Generationenaufgabe", sagt er.


Kompromisse waren nötig, denn wegen des frühen Termins konnten keine wurzelnackten Pflanzen verwendet werden. Stattdessen musste auf die etwas teureren, getopften Pflanzen mit Wurzelballen ausgewichen werden. "Die Frage war letztlich, was zur Verfügung steht. Getopfte Weißtannen sind wegen der geballten Schadereignisse der letzten Zeit derzeit in ganz Deutschland nicht zu bekommen." Arnold spielt damit auf witterungsbedingte Probleme wie die Stürme und den Borkenkäferbefall an. Mit seinem jährlichen Waldfest will der FDP-Kreisverband auf diese Probleme aufmerksam machen. "Wir müssen das Thema Wald und Forst mehr in den Mittelpunkt stellen", so FDP-Mann Tino Günther.

Für Festbesucherin Johanna Paulig ist das längst überfällig: "Alle wollen den Wald in der Freizeit nutzen, aber Waldbesitzer haben keine Lobby. Ich bin froh, dass hier wenigstens mal etwas gemacht wird." Mit rund 350 Hektar bewirtschaftet Johanna Paulig die größte Waldfläche in Zwönitz. "Ich bin sieben Tage in der Woche damit beschäftigt, meinen Wald zu retten, aber wir brauchen endlich auch einmal Hilfe."

Aktionen wie am Samstag machen auf das Problem aufmerksam, deshalb hat Christian Arnold die Anfrage der FDP gern aufgegriffen. Doch mit Hauruck-Aktionen allein ist es nicht getan. Arnold: "Die FDP-Leute hätten gern eine Fläche bis zu einem Hektar bepflanzt. Aber es muss auch realistisch und praktikabel sein. 300 Pflanzen ist eine Größenordnung, die gut hilft."

Auch sieben Biker um den Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl, Holger Zastrow, hatten innerhalb ihrer Motorradtour einen Stopp beim Waldfest eingelegt und zum Spaten gegriffen. "Was sich mittlerweile auch unter Politikern herumspricht, hat jeder mit gesundem Menschenverstand schon immer gewusst: Der beste Beitrag für Luftqualität und Klima ist der Schutz und die Mehrung des Waldes", sagte Zastrow.

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