Luther-Eiche auf dem Ottenstein geplant

An der Ehrung des großen Reformators beteiligen sich Christoph Weigel und Agnes Glätzner als Stifter und Paten eines Baumes. Das Jubiläum "500 Jahre Reformation" ist für die Schwarzenberger Anlass, aber nicht einziger Grund, an Luther zu erinnern.

Schwarzenberg.

Auf dem Plateau des Ottensteins in Schwarzenberg steht ein Gedenkstein. Gewidmet ist er "dem großen Reformator Dr. Martin Luther" anlässlich seines 400. Geburtstages am 10. November 1883. "Früher gab es auf dem Ottenstein auch eine Luther-Linde", weiß der Schwarzenberger Christoph Weigel. Daran wollen er und seine Partnerin Agnes Glätzner jetzt anknüpfen. Anlass ist das Jubiläum "500 Jahre Reformation", das in diesem Jahr begangen wird. "Der MDR hat mit Fachfirmen des Garten- und Landschaftsbaus die Aktion ,Lutherbäume' ins Leben gerufen und sucht Paten. Daraufhin haben wir uns gemeldet", so Glätzner.

Das eigene Grundstück und das auch ins Auge gefasste der Freizeitinsel am Bahnhof erwiesen sich als ungeeignet. So kam der Ottenstein in die engere Wahl. "Das Gelände ist öffentlich zugänglich, und es wurde schon früher zur Luther-Ehrung genutzt, eben mit jener Linde und mit einem noch heute vorhandenen Gedenkstein", erklärt Weigel. Die Initiatoren nahmen Kontakt mit der Stadtverwaltung auf - das Areal gehört der Kommune - und stießen auf offene Ohren. "Wir kümmern uns um die behördlichen Genehmigungen für die geplante Pflanzung", sagt Stadtsprecherin Katrin Hübner. "Die nötigen Schachtscheine liegt vor." Der genaue Pflanztermin, wohl im Frühjahr, steht noch nicht fest; er wird mit dem MDR abgestimmt.

Was aber bewog den Fotografenmeister und seine Partnerin, eine Eiche zu Ehren Luthers zu finanzieren und die Patenschaft für den Baum zu übernehmen? "Das hat einfach mit den Leistungen des Reformators zu tun, die unser Leben bis in die Gegenwart mit prägen", nennt Weigel den Hauptgrund. "Wir haben uns intensiv mit Leben und Werk dieses Mannes auseinandergesetzt, wissen, dass er auch Ecken und Kanten hatte. Aber wie er den Zugang des ,einfachen' Volkes zu Religion und Bildung gefordert und gefördert hat, was er mit seiner Übersetzung der Bibel ins Deutsche alles bewirkt hat, nicht zuletzt für die Schriftsprache, das nötigt uns großen Respekt ab." Dass Luther den Begriff Beruf als Bezeichnung für alle bezahlten Tätigkeiten ausweitete, ihn nicht nur auf Pfarrer und auf Männer beschränkt sehen wollte, "ist ebenso beachtlich wie die Tatsache, dass er ,dem Volk aufs Maul schaute'", sagt Glätzner.

"Viele seiner Zitate und Begriffe begleiten uns noch heute", bringt Weigel einen weiteren Aspekt ins Spiel. "Friedfertig sein, Machtwort, Lückenbüßer - all das findet sich zuerst bei Luther. Und auch das: sein Licht unter den Scheffel stellen, mit Blindheit geschlagen sein. Es lohnt sich, dazu einmal nachzulesen."

"Ein Baum zur Erinnerung symbolisiert unsere Wertschätzung für Luther auch 500 Jahre nach dem Thesenanschlag", sagt Glätzner. Und sie fügt hinzu: "Die Pflanzung würdigt zugleich noch ein anderes, kleines Jubiläum in unserer Stadt, das sonst wohl vergessen worden wäre: 1847, also vor 170 Jahren, wurde der Park auf dem Ottenstein angelegt."

Vielleicht finden sich noch weitere Schwarzenberger, die die beiden Baumpaten künftig beim Pflegen der Luther-Eiche unterstützen.

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