Mehr als Basteln: Lego-Team tüftelt eifrig

An der Oberschule in Eibenstock bereiten sich Schüler auf einen speziellen Wettbewerb vor. Dafür kreieren sie Roboter und Programme.

Eibenstock.

Paul setzt den Roboter am Rand des Spielfeldes auf und startet ihn. Schon nach den ersten absolvierten Zentimetern sieht Tobias, dass der Roboter nicht den von den Schülern gewünschten Weg einschlägt und somit sein Ziel verfehlt, an dem eine Aufgabe auf ihn wartet. Für Paul und Tobias heißt das: zurück an den Rechner.

Die Schüler müssen nun neu programmieren, die Software neu auf den Roboter überspielen. Dieses Prozedere wiederholt sich mehrfach. "Es geht nicht nur ums Basteln mit Legosteinen, es braucht Geduld und kreative Ideen", erklärt Schulleiter Udo Schieronsky und begründet so auch, warum für das Team, das im November beim Robotik-Wettbewerb "First Lego League" in Leipzig starten will, nur sieben Schüler übrig geblieben sind, obwohl es anfangs um die 40Bewerber gab.

Schieronsky, seit Ende August Schulleiter in Eibenstock, hat die Idee für den Lego-Robotik-Wettbewerb von seiner vorherigen Chemnitzer Schule mitgebracht. Und nicht nur das, sondern auch das Stipendium, das die teilnehmenden Teams bekommen. Dafür konnte einer von insgesamt drei sogenannten Mindstorms-Robotern angeschafft werden. Das Spielfeld zum Üben wird mit der Anmeldung gestellt.

Insgesamt rechnet der Schulleiter mit 1500 Euro an Kosten für das Projekt. Darin enthalten ist auch der Bus, mit dem die Schüler, der Schulleiter und der Informatiklehrer Andreas Schramm am 23. November nach Leipzig fahren werden. Und es gibt für die Team-Mitglieder eigene T-Shirts. Das Design für diese entwickelt übrigens Thomas Helm, Kunstlehrer an der Oberschule. "Es soll auf alle Fälle auch Werbung machen - fürs Erzgebirge und für die Montanregion als Welterbe", erklärt Schieronsky.

Die Schüler der 8. und der 9. Klasse sind noch sehr bescheiden bei der Beurteilung ihrer Chancen im Wettbewerb. Ihr Schulleiter sieht das anders: "Wir sind in den paar Wochen sehr weit gekommen, die Jungs arbeiten selbstständig und machen sich richtig gute Gedanken." Zur Lösung der insgesamt 16Aufgaben auf dem Spielfeld müssen eigene Programme geschrieben werden. Gesteuert wird der Roboter auch mit Sensoren und Ultraschall, um zum Beispiel den richtigen Abstand zu den Objekten einzuhalten, damit diese nicht umgestoßen werden. "Das bringt Punktabzug", erklärt Tobias.

Der Roboter muss unter anderem Dinge heben, eine Konstruktion in die Balance bringen, eine andere in die Senkrechte stellen, das Schwingen einer Schaukel auslösen und etwas stapeln. Dafür müssen sich die Jungs auch die entsprechenden Vorrichtungen am Roboter ausdenken. Maximal vier Motoren dürfen verwendet werden. Zweieinhalb Minuten Zeit ist dafür, den Parcours zu absolvieren.

Mit Lego gespielt hat jeder von ihnen schon zu Hause. Der Wettbewerb stellt allerdings höhere Ansprüche, es gibt Punkte fürs Robotgame, fürs Roboterdesign und für Teamwork, außerdem ist eine Forschungsaufgabe zu lösen. In diesem Jahr soll ein Problem bei einem Gebäude oder einem öffentlichen Raum in der Heimatgemeinde erkannt und dafür eine Lösung erarbeitet werden. Die Schüler wollen sich dazu zum Besuch bei Eibenstocks Bürgermeister anmelden.

Der Schulleiter hofft, dass das Team mindestens noch bis zum nächsten Wettbewerb zusammenbleibt, dann gibt er ihm große Chancen, sich weiterzuentwickeln. Bei der diesjährigen Teilnahme an der "First Lego League" gehe es für die Eibenstocker gar nicht so sehr um die Platzierung, sondern darum, was die Schüler für ihre eigene Zukunft lernen. Und das ist gar nicht so weit hergeholt, denn sie wollen unter anderem IT-Techniker beziehungsweise Industriemechatroniker werden.

Paul Rauner wiederum ist eher der Problemlöser und denkt, dass Kaufmann im Einzelhandel seine berufliche Perspektive ist. "Weil ich sehr gern mit anderen Menschen zu tun habe und gern noch mehr kennenlernen möchte", begründet der Neuntklässler. Wie gut er das schon kann, zeigt er im Gespann mit Tobias. Der eine ist der Konstrukteur, der andere der Programmierer.

"Es ist ein Traum, wie die Jungs überlegen und an den Aufgaben arbeiten", schwärmt der Schulleiter. "Sie knien sich richtig rein."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...