Mehr Platz für sehenswerte Ausstellung

Die Zschorlauer Heimatfreunde haben so manches aus der Ortsgeschichte zusammengetragen. Jetzt können sie das Bewahrte besser präsentieren.

Zschorlau.

Ines Rehm, Vorsitzende des Vereins Zschorlauer Heimatfreunde, bittet in die gute Stube. Das ist der größte Raum im neuen Vereins-Domizil, gleich gegenüber vom Rathaus der Gemeinde. Eingerichtet ist der Raum mit alten Möbeln, wuchtigen Plüschsesseln und -sofas sowie passenden Tischen und Stühlen. Der Raum soll künftig vor allem für Treffen verschiedener Gruppen zur Verfügung stehen. Dort, wo vorher eine Zahnarztpraxis war, haben sich jetzt die Heimatfreunde eingerichtet. Am morgigen Sonntag können sich Interessenten in den Räumen in der August-Bebel-Straße 76 von 14 bis 18 Uhr umschauen.

Schon lange war der Verein auf der Suche nach einem neuen Domizil. Denn die Bedingungen im vorherigen, dem im Ort als Wartburg bekannten Gebäude, waren nicht optimal. Vor allem feuchte Wände wurden zunehmend zum Problem, insbesondere für historische Dokumente und Bilder. Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU) hatte Unterstützung bei der Suche zugesichert und zögerte nicht lange, die seit einiger Zeit leer stehenden Räume der ehemaligen Zahnarztpraxis dem Verein zu überlassen, als der sich darum bewarb.

"Großer Vorteil hier ist natürlich, dass wir mehr Platz haben", sagt Ines Rehm. Waren früher alle Ausstellungsstücke in einem Raum untergebracht, so ist es jetzt in mehreren Räumen möglich, diese zu ordnen und besser zu präsentieren. Im Eingangsbereich erwarten den Besucher historische Bilder von Zschorlau. Dann geht es in die "Wäschekammer". Da stehen eine funktionstüchtige Mangel und ein Perlenfädeltisch. Die prachtvollen Accessoires, die man damit herstellte, sind ebenfalls zu sehen. Der große Schrank birgt die Aussteuer - also Wäschestücke vom Geschirrtuch bis zum Nachthemd, die früher eine Frau mit in den ehelichen Haushalt brachte. Vieles kommt jetzt besser zur Geltung als in den alten Räumen, so die über 100 Jahre alte, geklöppelte Gardine und eine Vereinsfahne des 1880 gegründeten Zschorlauer Turnvereins.

Besuchen kann man die Ausstellung auf Anfrage oder immer mittwochs ab 15 Uhr. Da treffen sich die Handarbeitsfrauen des Vereins, sodass die Türen offen stehen. Zusammenkünfte haben hier außerdem regelmäßig die Ahnenforscher, zu denen Ines Rehm gehört, und die Mitglieder des Naturheilvereins Zschorlau, die im Winter zum Kartenspielen kommen, weil das Spartenheim in der eigenen Kleingartenanlage nicht zu beheizen ist.

Der Verein Zschorlauer Heimatfreunde hat sich am 22. Februar vor sechs Jahren gegründet. Neben dem eigenen Sommerfest im August oder September sowie dem Weihnachtsmarkt am Samstag vor dem dritten Advent bringen sich die Vereinsmitglieder auch bei Veranstaltungen der Gemeinde mit ein. Der Weihnachtsmarkt an der Wartburg war beliebt, Ines Rehm hofft, dass er auch dann gut besucht wird, wenn er ab diesem Jahr am neuen Domizil stattfindet.

"Ich freue mich auf die Eröffnung am Sonntag und dass wir so viel geschafft haben in der kurzen Zeit", sagt die Vereinsvorsitzende. Dankbar ist sie gegenüber der Gemeinde, die das Anliegen der Heimatfreunde unterstützt hat. Geben wollen sie dafür unter anderem ihr Engagement zur Belebung des Postplatzes. Neben der Ausstellung zur Ortsgeschichte möchte der Verein die Räume als Treffpunkt für Jung und Alt anbieten. So kommen auch Gruppen aus Pflegeeinrichtungen aus Zschorlau und Umgebung hierher. Für die Zukunft plant Ines Rehm auch Vorträge - und lädt dann wieder in die gute Stube ein.

Die Eröffnung der neuen Räume der Zschorlauer Heimatfreunde, August-Bebel-Straße 76, ist am Sonntag, 14 bis 18 Uhr. Es gibt Kaffee und von den Vereinsfrauen gebackenen Kuchen sowie Leckeres vom Grill.

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