Messe präsentiert alt, neu, teuer und den Trend zum Elektro-Bike

3500 Besucher, 26 Händler mit 115 Maschinen: Das waren die Eckdaten der 7. Motorradmesse in Wernesgrün. "Freie Presse" stellt die Höhepunkte des Biker-Wochenendes vor.

Wernesgrün/Aue.

Nebst den Ausstellungsobjekten sorgte Organisator Thomas Männel im Brauereigutshof am Wochenende auch organisatorisch für Neues: "Wir haben erstmalig Sachsenringsprecher Bernd Fulk als Moderator im Boot", verkündete er. Zudem seien die Talkrunden verjüngt worden, in dem sie von ehemaligen und aktuellen Motorradsportlern gemeinsam durchgeführt wurden. Zu den weiteren Besonderheiten zählten:

Das neueste Motorrad auf der Messe war eine Suzuki Katana, die erst im Mai offiziell in den Handel kommt. Derzeit sind zwei Maschinen zu Demonstrationszwecken im Umlauf und Reinhold Härtel von Motorrad Härtel in Rothenkirchen gelang es, eine auf die Messe zu holen. Er sagt: "Je größer Motorräder sind und je höher die PS-Zahl ist, umso ruhiger fährt man." Die Katana habe 150 PS und sei ein Relaunch-Modell. Schon 1982 habe es so ein Modell gegeben, so Härtel.

Das teuerste Motorrad war die MV Agusta Lewis Hamilton, die mit einem Kaufpreis von 64.444 Euro zu Buche schlägt. Steve Mildner von Zweirad Mildner in Zwickau präsentierte sie und erklärte: "Die Maschine, die 250 PS hat, gibt es lediglich in einer limitierten Auflage von 44 Stück weltweit." Sie habe deshalb Sammlerpotenzial. Ergo: ein Motorrad, das man sich eher hinstellt, als dass man es fährt. Die von Mildner präsentierte Maschine sei noch nie gefahren, fährt er fort. Als Standard-Variante koste sie rund 25.000 Euro.

Das exotischste Motorrad und gleichzeitig das älteste Modell auf der Messe präsentierte Michael Fuhse aus Kriebstein als Oldtimer im Saustall: eine Royal Enfield, Modell Nummer 180. Einst gebaut wurde das gute Stück im Jahr 1917. "Eigentlich gehört zu der Maschine noch ein Seitenwagen", erklärte Fuhse und fügte an: "Royal Enfield ist die älteste Motorradmarke Englands." Das Besondere an der Maschine: Sie hat keinen Kickstarter, sondern eine Kurbel zum Anwerfen. Auch ist sie mit einer sogenannten Kaffeemühlen-Schaltung ausgestattet. Das heißt: Es gibt keine Kupplung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 85 Kilometern pro Stunde.

Die Alternative zu klassischen Motorrädern zeigte Birger Salzer aus Affalter mit seinen Elektro-Bikes: "Es gibt Motorräder und auch Mopeds mit Elektro-Antrieb", erklärte Salzer, der ein Beispiel nannte: "Eine Zero DSR 156 bringt 164 Kilometer pro Stunde und hat eine Reichweite von 170 Kilometern, wenn man Spaß beim fahren haben möchte. Und 280 Kilometer, wenn man gediegen unterwegs ist." Was die Nachfrage angeht, so sei die bei Motorrädern ehern noch verhalten, dafür boome es aber bei Elektro-Mopeds. Dort sei die Nachfrage extrem hoch, auch bei der jüngeren Generation.

Die Besucher waren zufrieden. Insgesamt zählte man bei der 7. Motorradmesse Westsachsen-Vogtland an beiden Tagen rund 3500 Besucher. Jörg Ackermann und Daniela Förster sind extra aus Crimmitschau nach Wernesgrün zur Messe gefahren. "Wir sind sehr viel mit dem Motorrad unterwegs", erläuterten sie. Die Wernesgrüner Messe schätzen die Crimmitschauer, weil sie "eher klein und deshalb übersichtlich" sei. "Ich bin überzeugt, wenn man etwas sucht, findet man es hier auch", so Ackermann. Daniela Förster fügt hinzu: "Es ist familiär und die Leute sind nett. Das Flair ist besonders."

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