Messebesucher finden Tipps für den Alltag im Alter

Ein Aktionstag für Senioren fand in Schwarzenberg statt. Bei verschiedenen Tests ging es nicht nur um Blutdruck und Cholesterin.

Schwarzenberg/Aue.

Christa Hielscher aus Beierfeld sitzt an einem Tisch und steckt Holzstäbchen auf eine kleine Platte. Das, was nach einem Spiel aussieht, ist Teil eines Testes, den das Helios Klinikum Aue zur Messe "Lebendiger Seniorenwegweiser" in der Ritter-Georg-Halle in Schwarzenberg am Samstag anbot. Während die 79-Jährige die Holzstäbchen in die Platte steckt und wieder entfernt, läuft die Uhr. Anschließend darf sie ihre Nase in drei Döschen stecken - auch der Geruchssinn wird überprüft. Mit einem speziellen Gerät wird die Kraft in den Händen gemessen und auf zwei Waagen getestet, ob sich das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt oder ob es eine Fehlhaltung gibt.

Imke Köhler, Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation am Auer Klinikum, verfolgt den mehrstufigen Test mit Feingefühl und Interesse. Ziel sei es, Schwachstellen herauszufinden. Christa Hielscher hat Spaß am Test und weiß das Angebot des lebendigen Seniorenwegweisers zu schätzen. "Wenn es darauf ankommt, weiß man nicht, wohin man gehen soll", sagt sie. Vor allem die kleinen Untersuchungen, die während der Veranstaltung angeboten wurden, wusste die Beierfelderin zu schätzen. Keinen Erfolg hatte sie bei der Suche nach einer Sportgruppe. Sie ist nicht mehr so mobil, weil sie nicht mehr selbst Auto fährt. Da müsste die Sportgruppe am besten im Ort sein.

Zu den Gästen in der Ritter-Georg-Halle gehörten auch Renate Haase (68) und Eva-Maria Müller (75) aus Schwarzenberg. Die beiden Frauen kamen sehr schnell mit Helga Dittrich, der Senioren- und Behindertenbeauftragten des Erzgebirgskreises ins Gespräch. An ihrem Stand konnten die Besucher eine Reise in die Vergangenheit machen, denn Dittrich hatte unter anderem einen Erinnerungskoffer dabei, in dem sich verschiedene Utensilien vergangener Zeiten befanden, unter anderem Einkaufsnetze, Federkasten oder auch Lebensmittelverpackungen. Zudem informierte die Senioren- und Behindertenbeauftragte über Markierungen für Blinde oder über Texte in sogenannter leichter Sprache.

"Wir werden ja älter und da ist es nicht dumm, wenn wir uns für die Zukunft klug machen", sagt Renate Haase: "Wir wollen nicht hoffen, dass wir später einmal alle Dinge in Anspruch nehmen müssen." Die Idee des lebendigen Seniorenwegweisers, der letztendlich verschiedene Angebote bündelt, sei klasse umgesetzt. Eva-Maria Müller war vor allem von den Testangeboten angetan: "Beim Cholesterin liege ich richtig gut. Das freut mich natürlich. Beim Gleichgewicht hapert es ein bisschen, aber das lässt sich nun nicht ändern."

Das Sanitätshaus Augustin aus Thum bot an, den Venendruck zu messen. Geschäftsführer Jens Schmiedel verwies darauf, dass das längst nicht nur für Senioren sinnvoll ist: "Gerade auch Krankenschwestern und denen, die in der Pflege arbeiten, ist ein solcher Test empfohlen." Sollte sich etwas auffälliges herausstellen, dann sei eine weitere ärztliche Untersuchung ratsam.

Mit einem Stand war auch das Seniorennetzwerk Schwarzenberg dabei, das im Rathaus untergebracht ist und für alle Fragen rund ums Älterwerden zur Verfügung steht. Leiterin Susanna Müller weiß: "Ganz oft geht es um Pflege. Angehörige oder Betroffene kommen zu uns und wollen wissen, welche Möglichkeiten sie haben und wie es mit der Finanzierung aussieht."

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