Mobilfunkbetreiber arbeiten am Ausbau

Noch ist das Erzgebirge mächtig löchrig. Nicht nur unter der Erdoberfläche, sondern auch, was die Mobilfunkabdeckung angeht. Geht es nach den Kommunen, soll sich das schnell ändern. Sie könnten den Ausbau aber auch selbst beschleunigen, sagte eine Behörde.

Aue/Schwarzenberg.

Wir schreiben das Jahr 2019, und noch immer ist das Erzgebirge eine Region mit etlichen Löchern - und damit ist diesmal nicht der Altbergbau gemeint. Es geht um die Löcher im Mobilfunknetz. Da wird Touristen empfohlen: "Sie müssen raus und etwas hoch in Richtung Wald gehen, da könnten Sie Glück haben", sagt ein älterer Herr in Tellerhäuser. Raus aus dem Haus und hoch zum Waldrand, um einen Notruf abzusetzen? Wir schreiben das Jahr 2019.

"Das kann nicht sein, das muss sich dringend ändern", sagt Heiko Schmuck von der FDP im Kreis. Und er sagt es nicht erst seit er weiß, dass er für den Landtag kandidiert. "Darum ringen wir Liberalen schon seit Jahren. Im Juni 2018 haben wir einen Digitalgipfel organisiert, im August die Funklöcher-Karte mit Hilfe vieler Funklochmelder im Internet erstellt", erklärt Schmuck. Auf dieser Karte drängeln sich Symbole mit enttäuschten Gesichtern dicht an dicht. Sie stehen für die Funklöcher in der Region.


Jetzt erhielt Schmuck endlich Antwort auf seine im September 2018 an die Bundesnetzagentur gestellten Fragen, wie beispielsweise die nach der Anzahl der Sendemasten der einzelnen Mobilfunkanbieter. Demnach seien bei der Telekom aktuell 90 Mobilfunkstandorte im Erzgebirgskreis in Betrieb, 149 in Regie von Vodafone und 140 von Telefonica (also E-Plus und O2). Geplant habe die Telekom des Weiteren in 24Orten bis zu 39 neue Standorte für Sendemasten. Und auch Vodafone führt 40 LTE-Baumaßnahmen durch. Telefonica, so geht aus dem Antwortschreiben der Bundesnetzagentur hervor, plane zudem bis Ende 2021 an nahezu jedem Standort LTE zu realisieren.

LTE steht für Long Term Evolution und ist eine Bezeichnung für den Mobilfunkstandard der vierten Generation, daher wird auch von 4G gesprochen. Dabei handelt es sich um eine Mobilfunktechnologie, die Übertragungsleistungen von bis zu 100 Megabit pro Sekunde ermöglicht. Zudem wird 4G/LTE auch für die Breitbanderschließung des ländlichen Raumes eingesetzt - praktisch als eine Art DSL-Ersatz.

Etliche Bürgermeister hoffen darauf, dass die Mobilfunkbetreiber möglichst rasch ihre Ankündigungen wahr machen und die Löcher in der Mobilfunklandschaft schließen. "Das ist wichtig für die Region in vielerlei Hinsicht. Für die Wirtschaft, den Tourismus, gerade mit Blick aufs Weltkulturerbe, und natürlich für die Bürger und den Zuzug beziehungsweise das Halten junger Familien in der Region", sagt Schmuck, der damit gleichsam die Sorgen der Bürgermeister widerspiegelt. Dirk Nimpsch, der im Auftrag der Bundesnetzagentur aus Bonn auf die Fragen des FDP-Mannes aus dem Erzgebirge geantwortet hat, merkt aber auch an: "So könnten die betroffenen Gemeinden die Netzbetreiber bei der Standortsuche unterstützen und gegebenenfalls geeignete Standorte für den Aufbau von zusätzlichen Sendeanlagen zur Verfügung stellen." Das wolle Schmuck aufgreifen und nun selbst an den Türen der Rathäuser klopfen, um mögliche Standorte und Flächen zu akquirieren.

Kommunen, die an der Verbesserung der Mobilfunkversorgung interessiert sind, könnten sich auch direkt an des Breitbandbüro des Bundes oder die Kompetenzzentren in den Bundesländern wenden. Jedoch habe die Bundesnetzagentur keinerlei Rechtsgrundlage, Mobilfunknetzbetreiber anzuweisen, einen bestimmten Ort zu versorgen. "Den Netzbetreibern ist freigestellt, wie sie Versorgungsauflagen erfüllen", heißt es dazu.

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