Mordfall Christopher: Angeklagte belasten sich gegenseitig

Aue/Chemnitz.

Am sechsten Verhandlungstag im Prozess um den Tod von Christopher W. (27) aus Aue haben sich die drei Angeklagten am Montag vor dem Landgericht Chemnitz gegenseitig schwer belastet.

Die Anwälte von Stephan H. (22) und Jens H. (22) verlasen vorbereitete Erklärungen ihrer Mandanten. Laut Stephan H. war Terenc H. (26) der treibende Keil in einem Mordkomplott gegen Christopher W. Terenc habe ihm gesagt, dass er Christopher weghaben will. Er selbst habe das zunächst nicht ernstgenommen. Bei den anschließenden Gewalttätigkeiten gegen Christopher W. soll Terenc H. sich besonders hervorgetan haben.

Anders stellte Jens H. den Tatablauf dar. Danach hat es keine Absprache gegeben, Christopher W. etwas anzutun. Der aggressivste Schläger soll Stephan H. gewesen sein. Jens H. will hauptsächlich dabeigestanden sein, zu schockiert, um einzugreifen und die Gewalt zu stoppen. Heute mache er sich deswegen massive Vorwürfe.

Überraschend wandte sich auch der Verteidiger von Terenc H. mit einer Erklärung seines Mandanten ans Gericht. Terenc H. hatte bereits am ersten Prozesstag persönlich ausgesagt. Damals hatte er behauptet, sich an die Geschehnisse im Tatzeitraum nicht erinnern zu können. Jetzt änderte er seine Aussage. Nachdem Christopher herumerzählt hatte, dass die anderen Drogen nehmen, hätten Stephan und Jens mit ihm "etwas klären" wollen. "Ich ging davon aus, dass sie ihm die Meinung sagen wollen, auch, dass Christopher ein paar geklatscht bekommen könnte", ließ Terenc H. mitteilen. Mit dieser Eskalation habe er aber nicht gerechnet. Auch er beschrieb Stephan H. als den, der am brutalsten auf das Opfer eingeschlagen hat. Er selbst sei wie gelähmt gewesen. Er schäme sich und werde sich seiner Verantwortung stellen.

Was die Angeklagten zu den Erklärungen der jeweils anderen zu sagen haben, wollen die Anwälte dem Gericht schriftlich mitteilen.

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