Musiksommer-Finale widmet sich Jubilar

Der Abschluss der diesjährigen Konzertreihe in St. Georgen steht im Zeichen Beethovens. Nicht nur deshalb verspricht dieser Montagabend, ein Höhepunkt zu werden.

Schwarzenberg.

Der Musiksommer dieses so besonderen Jahres in der Schwarzenberger St.-Georgen-Kirche geht am kommenden Montag zu Ende. Das Finale ist zugleich der Höhepunkt dieser Konzertreihe und Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag gewidmet, es vereint Gesangssolisten, Chöre, Instrumentalisten sowie Orgelklang.

Als Hauptwerk steht Beethovens Messe in C-Dur op. 86, die im September 1807 in Eisenstadt in Österreich uraufgeführt wurde, auf dem Programm. Der Komponist nahm selbst an dem Ereignis teil und berichtete in einem Brief, die Messe habe "starken Beifall" gefunden. In Wahrheit waren der auftraggebende Fürst Nikolaus II. von Esterhazy und die Presse eher irritiert, da das Ganze über die damals vertrauten Traditionen hinausging. Beethoven schrieb: "Jedoch glaube ich, daß ich den Text behandelt habe, wie er noch wenig behandelt worden". So fügt er die fünf Teile des Ordinarium Missae zu drei Hymnen zusammen und schafft ein Werk, das sich auch in Konzertsälen wie dem Leipziger Gewandhaus bewährt. Übrigens: Beethovens Wunsch nach einer Leipziger Aufführung ging erst 1817 in Erfüllung. Die Komposition ist durch schnelle Wechsel zwischen Solo- und Chorpartien gekennzeichnet, ein Merkmal romantischer Beweglichkeit.

Nun erklingt diese Messe unter der Leitung von Michael Schönheit, der sie mit der Merseburger Hofmusik, dem Collegium Vocale Leipzig, dem Kammerchor der Schlosskapelle Saalfeld, Gesangssolisten und einem Organisten aufführt. Die Merseburger Hofmusik gründete Schönheit 1998 mit freischaffenden Spezialisten und Musikern des Gewandhausorchesters Leipzig, um auf historischen Instrumenten die musikalische Tradition der Merseburger Residenz zu pflegen. Als Ergebnis eines Bachprojekts von Schönheit in Bad Lauchstädt war 1993 bereits aus Gesangsstudenten, den Leipziger Vokalisten und den Leipziger Bachsolisten das Ensemble Collegium Vocale Leipzig entstanden. Der Kammerchor aus Saalfeld tritt mit Michael Schönheit auf, da dessen Mitglieder durch ihn und seinen Vater Walter Schönheit im Mädelchor Saalfeld und bei den Thüringer Sängerknaben maßgeblich musikalisch geprägt wurden. Michael Schönheit, der in Leipzig Dirigieren, Klavier und Orgel studierte und 1984 Bachpreisträger wurde, folgte 1986 Matthias Eisenberg im Amt als Gewandhausorganist. Seit 1996 ist er außerdem Domorganist in Merseburg. Als Solist arbeitet er mit namhaften Orchestern zusammen und gastierte in vielen Ländern der Welt. Die Gesangspartien übernehmen die national und international gefragten Julia Sophie Wagner (Sopran), Britta Schwarz (Alt), Patrick Vogel (Tenor) und Tobias Berndt (Bass).

Für die Einleitung des Abends an der Orgel konnte Denny Wilke gewonnen werden. Er spielt eine Orgelbearbeitung von Beethovens Ouvertüre für die Ballettmusik zur allegorischen Pantomime "Die Geschöpfe des Prometheus" op. 43 durch E. H. Lemare. Deren Hauptthema ist eine Variante aus dem Kopfsatz von Beethovens 1. Sinfonie. Denny Wilke ist als stark beschäftigter Solist viel mit namhaften Orchestern und Dirigenten unterwegs und hat mannigfache Aufgaben am Merseburger Dom und als Stadtorganist in Mühlhausen.

Für die Aufführung am Montag ab 19.30 Uhr in St. Georgen werden nicht nur der Altarraum, sondern auch die Emporen genutzt. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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