Mut zur Investition trifft Schuldenabbau

Seit der Fusion 2013 ist in Lauter-Bernsbach eine Menge passiert. Viel Geld floss in Neubauten und Sanierungen. Attraktiv sein für Familien und Touristen - das ist das erklärte Ziel.

Lauter-Bernsbach.

Sechs Jahre nach der Fusion blickt Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler) auf eine erfolgreiche Entwicklung der Doppel-Kommune zurück. "Wir haben unsere Ziele fast übererfüllt und unsere Versprechen an die Bürger einhalten können."

Vor allem im Bereich Kindertagesstätten und Schulen sei viel auf den Weg gebracht worden. "Wir haben in beiden Kindergärten bis zu 80 zusätzliche Plätze geschaffen. Auch der Hort in der Grundschule erfuhr eine Expansion." Da gewann man im Erdgeschoss der ehema- ligen Sparkasse zusätzlichen Raum. Zudem gibt es nun 50 Krippenplätze mehr. Kosten: rund 1,5 Millionen Euro. Gut angelegtes Geld, findet Kunzmann. Noch in diesem Jahr eröffnet der Anbau der Grundschule, die den gesetzlichen Platzansprüchen nicht mehr genügte. "Zugleich konnten wir Brandschutz und Barrierefreiheit schaffen, bieten nun beste Lernbedingungen." Gleiches gelte für die Oberschule dank neuer Turnhalle und Allwetter-Sportplatz.


Weitere Großprojekte in Millionenhöhe entfielen auf Straßenbau - etwa Schulstraße und Lindenring - für 2,5 Millionen Euro und das Sanieren des Bernsbacher Dorfbachs für rund 1,2 Millionen Euro, um nur einige Beispiele zu nennen. Neue Fassaden für beide Rathäuser und Sanierungen der Feuerwehrdepots in teils größerem Umfang kamen ebenso hinzu wie Schönheitskuren für Mehrzweckhalle und Freibäder. Innerhalb der Sportstättenkonzeption erfolgte das größte Investitionsvorhaben mit dem Neubau des Sportplatzes Ludwig-Jahn-Straße samt Kunstrasen, Leichtathletikanlage und Mehrzweckgebäude. Für Ausfahrten von Vereinen, Kindertagesstätte und Schule schaffte die Kommune einen Kleinbus an. Kulturell blieben alle Feste erhalten, sei es die Kirmes in Bernsbach oder das Vogelbeerfest in Lauter.

Abgearbeitet ist die Liste mit Projekten, die von der "Hochzeitsprämie" finanziert wurden. So floss für die freiwillige Fusion knapp eine Million Euro. Eines der letzten derartigen Vorhaben ist der unlängst in Auftrag gegebene Bau des Wanderparkplatzes auf dem Spiegelwald. Offen sei nur der ersehnte Fußweg zwischen beiden Ortsteilen entlang des Teufelsteins. "Schwer einlösbar, da es aufgrund der Enge keine Baugenehmigung gibt", sagt Kunzmann. Man suche weiter nach einer Lösung.

Touristisch war der Vogelbeerrundweg ein Meilenstein, ebenso wie die ersten Schritte zur Schaffung des Bärenrundwegs. Lauter-Bernsbach sei vor allem eine Stadt zum Wohnen und Leben, so Kunzmann. "Daher wollen wir Gewerbeflächen und Grundstücke für Häuslebauer erschließen." 12.000 Quadratmeter seien als Baugebiet in Aussicht. Die Nachfrage seitens junger Familien und Rückkehrer, aber auch von Kleingewerbe-Betreibern sei enorm. Mit dem Abbruch der Industriebrache Bausch-Werke sei ein Schandfleck verschwunden, der neue Markt bringe mehr Lebensqualität. Das Stadtentwicklungskonzept und der Ausbau der Bundesstraße 101 sind Themen der Zukunft. Ziele: Voraussetzungen für ein gutes Familienleben schaffen und touristisch am Ball bleiben. 150 Netto-Kilometer Wanderweg werden gemeinsam mit dem Erzgebirgszweigverein erfasst, digitalisiert, beschildert und gepflegt. "Wegebau bleibt immer ein Thema." Die Fuchsbrunnenbrücke wird zugunsten eines Fernradwegs saniert.

Trotz aller Investitionen bleibt die Verwaltung mit rund 50 Mitarbeitern wirtschaftlich. "Bestes Beispiel ist die gesunkene Pro-Kopf-Verschuldung von vormals 550 Euro auf aktuell 150 Euro. Darauf können wir stolz sein", sagt Kunzmann, der sich auch mit dem neuen Stadtrat eine konstruktive Zusammenarbeit wünscht. Denn im Miteinander sei viel zu bewegen.


Was sich Bürger wünschen

Harald Englert, Dachdeckermeister: "Speziell im Wirtschafts- und Gewerbeverein Region Schwarzenberg, dem sich Lauter-Bernsbach nach der Fusion anschloss, gibt es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Verwaltung. Mehr Mitglieder aus Bernsbach wären schön. Und ein touristisches Konzept. Es muss für Besucher eine zentrale Anlaufstelle in Lauter geben, zusätzlich zum Spiegelwald. Insgesamt tut sich viel - vor allem mit Blick auf Investitionen in Schulen, Kitas und Sportanlagen."


Mike Schneising, Betriebsleiter Lautergold: "In der Stadt entwickelt sich grundsätzlich sehr viel - vor allem für Familien und die Jugend tut die Stadt eine Menge. Es herrscht kein Stillstand. Aber insbesondere touristisch haben wir viel mehr zu bieten, als vielen klar ist. Wir verkaufen uns da leider teils immer noch unter Wert. Deshalb ist es wichtig, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen aller Ortsteile weiter zu stärken und ein Tourismuskonzept zu formen, von dem letztlich alle profitieren."


Uwe Lauckner, Vorsitzender des SV Saxonia Bernsbach: "Aus Vereinssicht gibt es nichts zu meckern. Wir freuen uns, dass nach der Fusion die Unterstützung seitens der Verwaltung nicht nachließ. Die Stadt macht sich vielseitig für die Belange des Sports stark - sei es mit Blick auf Stadion, Kegelbahn oder Kleinbus, den alle für Sportfahrten nutzen dürfen. Die Saxonia-Fußballer wünschen sich, dass ihre sportlichen Anlagen nach dem Neubau des Sportplatzes in Lauter nicht vergessen werden. Aber zur Sanierung des Komplexes laufen ja schon Gespräche." (ane)


Zahlen und Fakten

Lauter-Bernsbach ist am 1. Januar 2013 durch die Fusion der Stadt Lauter mit der Gemeinde Bernsbach gebildet worden. Zur Kommune gehört noch der Ortsteil Oberpfannenstiel.

Die Gesamtfläche der Kommune, die sich in Höhenlagen von etwa 480 bis 580 Metern über dem Meer erstreckt, beträgt 30,28 Quadratkilometer.

8762 Einwohner hatte Lauter-Bernsbach Ende 2017. Es gibt zwei Kitas, eine Grund- und eine Oberschule.


Diese Kandidaten treten an

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU): Annemarie Arnold, Thomas Barth, Thomas Englert, Heinz Fuhrmann, Rico Graichen, Dietmar Gundermann, Christian Herrmann, Tilo Meyer, Toni Müller, Daniel Richter, Karl-Heinz Richter, Bärbel Sachse, Wolfgang Schmidt

Freie Wählervereinigung Lauter-Bernsbach (FWV): Peter Klaus Hübler, Ulrich Braun, Antje Bertram, Ullrich Mothes, Mario Lenk, Heiko Lorenz, Heike Siegel, Jürgen Beck, Lutz Neubert, Thomas Steeger, Daniel Wangemann, Roy Berndt, Ulrich Meyer, Steffen Schlegel, Daniel Fichtner, Toni Herrmann, Jörg Liebscher.

Die Linke: Herbert Kragl, Kathrin Dörffel, Anja Rybol, Toni Bauer, Jürgen Weißflog, Daniel Jung, Mirko Lang.

Alternative für Deutschland (AfD): Frank Demmler, Hagen Eibisch, Kathrin Reinhold, Theo Süß, Ronny Rehbock.

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