Nach Messerangriff in Auer Pfarrhaus: 17-Jähriger in Haft

Bei einer Weihnachtsfeier am Heiligabend soll der junge Mann einen Kirchenmitarbeiter lebensgefährlich verletzt haben. Der Oberbürgermeister der Stadt Aue-Bad Schlema und der Superintendent des Kirchenbezirks zeigen sich erleichtert.

Aue. Nach dem Messerangriff im Auer Pfarrhaus am Heiligabend hat die Staatsanwaltschaft einen weiteren Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um den 17-jährigen Sohn des bereits inhaftierten Syrers, von dem die Auseinandersetzung ausgegangen sein soll. Ein Richter erließ Haftbefehl.

Der junge Mann ist dringend verdächtig, einen Mitarbeiter der Kirchgemeinde mit einem Messerstich in Lunge und Milz schwer verletzt zu haben. Der 51-Jährige hatte nach einem Streit unter Besuchern der Weihnachtsfeier zu schlichten versucht. Gegen den 17-Jährigen wird nun wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Im Zuge der Ermittlungen wurden zwei weitere Beteiligte der Auseinandersetzung identifiziert, gegen die wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird.

In Aue-Bad Schlema wird die Nachricht, dass der mutmaßliche Angreifer gefasst ist, mit einiger Erleichterung aufgenommen. "Es ist gut, dass diese frevelhafte Tat erfolgreich verfolgt wurde", sagt Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU). Der Jugendliche müsse jetzt eine gerechte Strafe erhalten. Die Folgen der Tat würden die Stadt aber weiter beschäftigen. Der Messerangriff sei ein "integrationspolitischer Super-Gau" gewesen. "Es war ein erheblicher Rückschlag für alle Integrationsbemühungen", sagt er. "Das wird sich nur mit großer Mühe heilen lassen, und dafür wird es lange Zeit brauchen."

Erleichtert reagiert auf die Festnahme auch Dieter Bankmann, Superintendent im Kirchenbezirk Aue: "Das ist das richtige Signal für alle, die meinen, dass solche Taten sowieso unter der Decke gehalten würden. Jeder, der die Nachricht jetzt hört, wird aufatmen." Bankmann ist allerdings entsetzt darüber, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 17-Jährigen handelt.

Zur Aufarbeitung des Geschehens plant die Kirchgemeinde eine Veranstaltung, in der es darum gehen soll, wie es gelingen kann, friedlich mit Ausländern zusammenzuleben. Diese soll im ersten Quartal dieses Jahres stattfinden; einen konkreten Termin gibt es bisher nicht. Superintendent Bankmann dazu: "Wir brauchen noch Zeit, um das alles zu verarbeiten." (roy/juef/ike)

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...