"Nachtwölfe" gedenken Auer Bikerin

Mitglieder des russischen Rockerclubs haben das Grab einer verunglückten Freundin in Aue besucht. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete sie.

Aue.

Ein Korso von etwa 70 Motorrädern hat am gestrigen Dienstag den Friedhof an der B101 in Aue angesteuert. Die Biker des russischen Motorradclubs "Nachtwölfe" haben auf ihrer Gedenkfahrt zum Ende des 2. Weltkrieges einen Zwischenstopp in der Stadt eingelegt, um ihrer im vergangenen Jahr verunglückten Freundin Diana Irmisch aus Aue zu gedenken.

Bei ihrer Fahrt von Reitzenhain nach Aue begleitete die Biker ein Großaufgebot der Polizei. Am Friedhof musste kurzzeitig der Verkehr auf der Bundesstraße gestoppt werden, um den Bikern die Einfahrt zum Parkplatz zu ermöglichen. An Diana Irmischs Grab gab es eine Schweigeminute, ein Kranz und Blumen wurden abgelegt.


Die Biker sind am 26. April in Moskau gestartet und seitdem über Weißrussland, Polen, die Slowakei und Tschechien unterwegs. Nach ihrem Aufenthalt in Aue ging es weiter nach Leipzig, Torgau und Berlin. Alexander Schulz von den "Nachtwölfen" geht davon aus, dass in Leipzig noch einmal 50 Motorradfahrer zur Gruppe dazu kommen, weitere in Berlin. In der deutschen Hauptstadt wollen sie den Treptower Park, das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten, das Brandenburger Tor sowie die orthodoxe Kirche in Marzahn besuchen. Ankunft ist am 9. Mai, den die Russen als Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus feiern.

Die "Nachtwölfe" sind der größte russische Biker- und Rockerclub. Ihr Präsident ist Alexander Saldostanow, der mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein gutes Verhältnis pflegt. Seine Mitglieder vertreten nationalistische und christlich-orthodoxe Ansichten. Bereits im vergangenen Jahr hatten sie Aue angesteuert, um der Beerdigung von Irmisch beizuwohnen. Die Auerin stand den "Nachtwölfen" nahe, war aber kein Mitglied, da der Club Männern vorbehalten ist. Sie starb bei einem Unfall nahe Warschau.

Der Ankunft der russischen Biker fieberte am Dienstag auch eine 73-jährige Auerin entgegen. Heidi Kurras bekennt sich dazu, Russland-Fan zu sein. Seit sie davon erfahren hatte, dass die "Nachtwölfe" auf ihrer Gedenkfahrt dieses Jahr Aue ansteuern wollen, hat sie den Kontakt zu ihnen unter anderem über die russische Botschaft gesucht. Ihr Anliegen: Sie möchte ihr Akkordeon, ein "Weltmeister" aus Klingenthal, dem Alexandrow-Ensemble überlassen. Seit einer Erkrankung kann sie es selbst nicht mehr spielen. Gut verpackt, ging es gestern mit den "Nachtwölfen" auf Reise.

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