Naturschutz geht Jung und Alt etwas an

In Hundshübel wissen Kindergartenkinder über den Nutzen von Insekten Bescheid. Und rüstige Rentner pflanzen Bäume.

Hundshübel.

Lilly weiß genau, wer in das Hotel einziehen soll, das die Kinder von der "Mäusekiste" in Hundshübel gebaut haben. "Bienen, Hummeln und kleine Käfer", sagt sie. Aber wahrscheinlich kommen die Gäste erst im nächsten Frühjahr, denn aufgestellt werden soll das Insektenhotel jetzt zum Ende des Sommers, am 25. August zum Nadlerhausfest in Hundshübel.

Das Insektenhotel ist eine Art Auftragswerk von Ortsvorsteherin Jana Richtsteiger-Müller. "Wildbienen wären schön", hofft auch sie darauf, dass es angenommen wird. Am Nadlerhaus steht es jedenfalls gut - nahe am Wald und umgeben von einer Wiese, die nur einmal spät im Juni gemäht wird und in die erst wieder frischer Blütensamen gesät wurde. "Hierher kommen viele Leute, und sie werfen vielleicht auch mal einen Blick auf das Insektenhotel, damit es von Zerstörungen verschont bleibt", so die Ortsvorsteherin. Auch Obstbäume - zum Teil sehr alt, wie die mindestens 70 Jahre alte Birne - stehen am Nadlerhaus.


Die Vorschulkinder des Hundshübler Kindergartens haben in Feld und Wald Getreidehalme, Fichtenzapfen und dicke Äste für das Insektenhotel gesammelt. Für das Handwerkliche war ihr Erzieher Michael Pelz zuständig. Er könnte sich vorstellen, noch weitere Insektenhotels oder Nistkästen zu bauen, "wenn jemand so etwas braucht", sagt er. "Mit den Vorschulkindern lässt sich so etwas machen." Zudem konnten die Kinder beim Projekt Biene von Marie Franz, Auszubildende im Kindergarten, viel über das nützliche Insekt erfahren.

Jana Richtsteiger-Müller hört das gern. Sie weiß, dass es nicht nur kleine Leute im Ort gibt, die sich für die Natur interessieren und engagieren, sondern auch ältere. Hans-Jürgen Müller ist einer von ihnen. Der 77-Jährige hat sich mit Hans-Walter Süß, Gottfried Baumann, Gotthold Rank, Beate Müller und Bernd Unger aus dem Ort zusammengetan. Als private Initiative haben sie die Ersatzpflanzung von 30 Laubbäumen angeschoben, unterstützt wurden sie dabei von der Gemeindeverwaltung. Unter anderem wurden Robinien, Vogelkirschen und Ulmen entlang der Hauptstraße gepflanzt, um Lücken zu schließen. Die Setzlinge gab es preisgünstig von der Grünen Aktion Westerzgebirge in Eibenstock. Karl-Heinz Roßner vom Zweckverband Kommunale Dienste hat die Erdarbeiten übernommen. Für die neu gepflanzten Bäume haben sich auch schon zwei Paten gefunden. "Mir schwebt vor, Leute aus dem Ort zusammenzunehmen, die Vorschläge machen sollen, was den Naturschutz angeht", erklärt Hans-Jürgen Müller. "Es besteht dringend Handlungsbedarf, und wenn wir alle nur die Hände in den Schoß legen, wird sich nichts ändern."

Volkmar Viehweg, Bürgermeister der Gemeinde Stützengrün, zu der Hundshübel gehört, freut sich, "dass in so kleinen Ortschaften engagierte Menschen schon längst dabei sind, zu handeln, anstatt nur über Landschafts- und Naturschutz zu sprechen".

Das Nadlerhausfest in Hundshübel beginnt am Sonntag um 14 Uhr.

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