Naturschutz ohne Grenzen

Acht Teilnehmer eines internationalen Jugendcamps arbeiten ehrenamtlich für das Naturschutzzentrum Erzgebirge. Neben Apfelernte steht ein Schulbesuch auf dem Programm.

Bäumchen, wir schütteln dich: Jugendliche aus verschiedenen Nationen ernteten Äpfel im Naturschutzzentrum.

Von Katja Lippmann-Wagner

Es ist ein herrlicher Spätsommertag. Auf der Streuobstwiese, die zum Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel gehört, herrscht emsiges Treiben. Junge Menschen verschiedener Nationen haben sichtlich Spaß bei der Apfelernte. Die fleißigen Helfer, die unter anderem aus Japan, Südkorea, Spanien, der Türkei, Russland und Deutschland kommen, sind Teilnehmer eines internationalen Jugendcamps. Schon zum neunten Mal ist die Oase Lößnitz Gastgeber für junge Leute aus verschiedenen Ländern, die sich im Erzgebirge in den Natur- und Umweltschutz einbringen. Ging es in der Vergangenheit schon mehrfach um Berg- und Waldwiesen, stand diesmal die Apfelernte im Mittelpunkt.

"Wir haben in diesem Jahr so viele Äpfel wie noch nie. Das liegt natürlich an diesem heißen Sommer", sagt Claudia Pommer, Geschäftsführerin im Naturschutzzentrum. Sie freut sich über die große Hilfe. Aufgrund der Trockenheit sind die Äpfel zwar sehr klein, aber trotzdem aromatisch. "Die Jugendlichen lernen etwas über die Natur, was ja auch Ansatz unserer Arbeit ist."

Die Äpfel, die die jungen Leute geerntet haben, werden zu Saft verarbeitet, der im Naturschutzzentrum gekauft werden kann.

In der Oase, einem Jugendtreff in Lößnitz, bei Chef Timon Schwab und Streetworker Matthias Förster laufen die Fäden des Jugendcamps zusammen - dort wird geschlafen, gekocht, werden Kontakte gepflegt. Schwab sieht das als große Bereicherung gerade auch für die erzgebirgischen Jugendlichen: "Für sie ist es wichtig, dass sie mal einen Anstupser bekommen und sehen, was alles möglich ist", so Schwab. Die meisten könnten sich nur schwer vorstellen, mal in die Welt zu ziehen, andere Kulturen, Menschen und Länder kennenzulernen. Vielleicht lasse sich so bei dem einen oder anderen das Fernweh wecken.

"Begegnungen sind wichtig - gerade auch in unserem Land", sagt Schwab. Deshalb suche man den Kontakt zur Oberschule in Lößnitz. "Dort sind die Teilnehmer in verschiedenen Klassen zu Gast, stellen sich und ihre Heimatländer vor", so Schwab, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern auf finanzielle Unterstützung aus dem Bundesprogramm Demokratie leben des Sozialministeriums in Berlin und auf Gelder vom Freistaat Sachsen bauen kann.

Die jungen Leute jedenfalls fühlen sich wohl: "Ich bin jedes Jahr im Freiwilligendienst unterwegs", sagt Yuran Park aus Südkorea. Diesmal ist sie erstmals im Ausland; sie wollte die ehrenamtliche Arbeit mit Reisen verbinden.

Anna Starostina aus Moskau: "Ich sammle Erfahrungen für die Uni. So etwas macht sehr viel Spaß."

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